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Kolumne Katja FrühMelanias Tagebuch

Elfter Eintrag im fiktiven Journal der US-amerikanischen First Lady.

29. 8. 2020 – Ich bin ganz berauscht und nicht zum Schreiben gekommen, so viel ist passiert. Seit meiner Rede schwebe ich geradezu. Ich hatte richtig, richtig Erfolg. Nicht dass ich das nicht gewöhnt bin, denn erreicht habe ich ja alles, was man nur erreichen kann. Aber so eine Rede an das ganze amerikanische Volk, das ist schon etwas anderes. Wenn alle an deinen Lippen hängen. Ich verstehe jetzt, wieso Donald das so liebt. Ich gebe zu, ich war nervös. Und ich habe mich wochenlang vorbereitet. Der Rosengarten war perfekt, da habe ich mir wirklich Mühe gegeben. Und erst das Kostüm von Alexander McQueen! Donald hatte gewünscht, dass zu seiner ersten Wahl eine Militärparade stattfindet, so nordkoreamässig. Das ging dann irgendwie nicht. Aber dieses Kostüm sollte ihm zeigen, dass ich das auch gut gefunden hätte. Die Rede habe ich selbst geschrieben. Also, zuerst war es eine andere. Eine strengere, nicht so verständnisvolle. Aber mein Coach hat mir dann ein paar Tipps gegeben. Der Trick mit dem Mitgefühl war, glaube ich, ganz gut. Leider brauchen wir ja die Schwarzen, drum hab ich sie erwähnt, das wollen sie doch immer. Und Corona muss auch in die Rede rein, hat mein Coach gesagt, das sei besser, als es totzuschweigen. Obwohl ich das am liebsten getan hätte. Ich kanns nicht mehr hören. Aber das Mitgefühl kam gut an, das kann ich gut, als Model habe ich ja alle möglichen Gesichter üben müssen.

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