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Einigung mit Credit SuisseMieter dürfen bis 2024 im Brunaupark bleiben

Gekündigt wird ihnen erst, wenn eine rechtskräftige Baubewilligung für ein Neubauprojekt vorliegt.

Erhält die Credit Suisse bis 2029 keine Baubewilligung, sollen die Mieterinnen und Mieter zu den bisherigen Konditionen bleiben dürfen.
Erhält die Credit Suisse bis 2029 keine Baubewilligung, sollen die Mieterinnen und Mieter zu den bisherigen Konditionen bleiben dürfen.
Foto: Andrea Zahler

Die Mieterinnen und Mieter der Überbauung Brunaupark in der Stadt Zürich haben sich mit der Pensionskasse der Credit Suisse aussergerichtlich geeinigt. Die bisherigen Mieter dürfen bis mindestens Juni 2024 bleiben. Gekündigt wird ihnen erst, wenn eine rechtskräftige Baubewilligung für ein Neubauprojekt vorliegt, wie es in einer gemeinsamen Mitteilung vom Freitag heisst.

Die Vereinbarung, auf die sich die Credit Suisse und der Mieterverband geeinigt haben, sieht vor, dass die Mieterinnen und Mieter die Gültigkeit der Kündigung akzeptieren und auf eine weitere Erstreckung des Mietverhältnisses verzichten. Ausziehen müssen sie jedoch nur, wenn ihnen der Vermieter mitteilt, dass eine gültige Baubewilligung für ein Neubauprojekt vorliegt. Dies soll jedoch nicht vor Ende Juni 2024 der Fall sein.

Freude bei Bewohnerinnen und Bewohnern

Sollten die Vermieter das Neubauprojekt nicht realisieren, weil sie dafür keine Bewilligung erhalten, sollen die Mieterinnen und Mieter zu den bisherigen Konditionen bleiben dürfen. Dies gilt auch, wenn die Vermieterin das Projekt freiwillig aufgibt oder bis Ende Juni 2029 keine Baubewilligung erhält.

Der Mieterinnen- und Mieterverband Zürich, die Pensionskasse der Credit Suisse sowie die Interessengemeinschaft Leben im Brunaupark «freuen sich, dass eine aussergerichtliche Einigung in dieser Angelegenheit erreicht werden konnte», heisst es in der Mitteilung vom Freitag. «Wir nehmen die Vereinbarung mit grosser Zufriedenheit zur Kenntnis», sagte ein Vertreter der IG Leben im Brunaupark auf Anfrage.

Das Neubauprojekt war von Anfang an heftig umstritten. Viele Mieterinnen und Mieter wollten den Rauswurf nicht hinnehmen, linke und grüne Parteien leisteten Widerstand, und selbst die UNO-Sonderberichterstatterin für das Recht auf Wohnen schaltete sich ein. Sie soll sich erstaunt gezeigt haben, dass so gut erhaltene Häuser der Profitmaximierung zum Opfer fallen sollen.

500 neue Wohnungen geplant

Nach den Plänen der CS-Pensionskasse soll das bestehende Wohn- und Ladenareal Brunaupark von Grund auf neu gestaltet werden. Dazu sollen die meisten bestehenden Gebäude abgerissen und durch Neubauten ersetzt werden.

Das Zürcher Baurekursgericht hat jedoch im September 2020 die Baubewilligung für das Vorhaben aufgehoben, weil zu viele der rund 500 neuen Wohnungen mit Lärm belastet wären.

Dagegen wehrt sich allerdings die Pensionskasse der Credit Suisse. Ende Januar gab sie bekannt, dass sie das Urteil ans Verwaltungsgericht weitergezogen habe.

Fall mit Signalwirkung

Der Fall Brunaupark wird allgemein mit Interesse verfolgt: Weil in der Stadt und im Kanton Zürich noch mehrere andere Bauprojekte an Hauptverkehrsachsen und an Orten mit einer hohen Lärmbelastung geplant sind. So sind aus den gleichen Gründen wie beim Brunaupark derzeit auch Neubauten der Swisscanto, der Anlagestiftung der ZKB und der Genossenschaft Oberstrass in der Stadt Zürich blockiert.

Wie beim Brunaupark kassierten die Gerichte vorliegende Baubewilligungen. Im Fall der Swisscanto sind damit Pläne für 124 Wohnungen im Kreis 2, bei der Baugenossenschaft Oberstrass Pläne für 134 Wohnungen im Kreis 6 gestoppt. Die Richter hielten in allen drei Fällen die aufgrund des Strassenlärms vorliegende Ausnahmebewilligung des Kantons für ungenügend.

SDA/mth

16 Kommentare
    Georg Stamm

    Es sollte selbstverständlich sein, dass man dann kündigt wenn eine Baubewilligung vorliegt. Sonst stehen Häuser jahrelang leer herum und werden allenfalls besetzt. Für die Mieter und aus Umweltschutzgründen müsste man hoffen, dass bis 2029 keine Baubewilligung vorliegt.