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Nach Putsch in BurmaMilitärjunta will mit grosser Parade ihre Macht demonstrieren

Die Ankündigung der Armee für ein Defilee bringt die Protestbewegung auf den Plan. Beobachter fürchten eine Eskalation der Konfrontation in Burma.

Die burmesische Armee will an einem Aufmarsch ihre Stärke beweisen.
Die burmesische Armee will an einem Aufmarsch ihre Stärke beweisen.
Foto: Maung Lonlan (Keystone/1. Februar 2021)

Mit einer grossen Parade will die burmesische Militärjunta, die am 1. Februar mit einem Putsch die Macht an sich gerissen hat, seine Stärke demonstrieren. Offizieller Anlass für den Aufmarsch von schwerem Gerät und Soldaten ist der Tag der Armee, an dem es in dem südostasiatischen Land jährlich eine grosse Parade gibt.

Die Protestbewegung hat aus Anlass der Parade zu neuen Demonstrationen gegen den Putsch aufgerufen. Beobachter befürchten eine Eskalation der Konfrontation zwischen dem Militär und seinen Gegnern.

Seit dem Militärputsch sieht sich die Junta massiven Protesten gegenüber, gegen die sie äusserst brutal vorgeht. Die demonstrierenden Menschen fordern unter anderem die Freilassung der abgesetzten De-facto-Regierungschefin Aung San Suu Kyi und eine Rückkehr zum demokratischen Prozess.

Wohngebiete als Kampfzone

Die härte des Militärs fordert täglich weitere Opfer. Nach Schätzungen der Gefangenenhilfsorganisation AAPP sind in den knapp acht Wochen seit dem Putsch vom 1. Februar mindestens 320 Menschen gestorben, davon elf allein am Donnerstag. In Taunggyi im zentralen Shan-Staat seien vier Zivilisten erschossen und viele weitere verletzt worden, als Einsatzkräfte «Wohngebiete in eine Kampfzone» verwandelten, hiess es in einer Mitteilung.

Soldaten seien auch in Häuser eingedrungen und hätten viele überwiegend junge Leute festgenommen, so AAPP. Die Zahl der Inhaftierten seit dem Umsturz stieg auf insgesamt knapp 3000. Weitere Tote gab es am Donnerstag in der nördlichen Region Mandalay, im zentralen Sagaing und im südlichen Bago. Auch am Freitag hielten die landesweiten Proteste gegen die Junta an.

«Dieser Krieg ist erst zu Ende, wenn wir ihn gewonnen haben», sagte ein Aktivist, der anonym bleiben wollte, bei einer Demo in der Nähe der berühmten Sule-Pagode in der grössten Stadt Rangun. «Wir hören nicht auf, bis es Freiheit und Gerechtigkeit gibt.»

Die Proteste im Land gehen weiter – trotz der Härte von Polizei und Militär. Foto: Uncredited/AP/dpa
Die Proteste im Land gehen weiter – trotz der Härte von Polizei und Militär. Foto: Uncredited/AP/dpa
Foto: AP/DPA/Keystone (24. März 2021)

AFP/SDA/fal

3 Kommentare
    Ruedi Basler

    Militär und Armeen abschaffen,dann passiert solches weniger.