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Soldaten und Zivilisten unter den OpfernMindestens 98 Tote bei Explosionen in Äquatorialguinea

Bei mehreren Detonationen auf einem Militärstützpunkt in der Stadt Bata sind mindestens 98 Menschen ums Leben gekommen. Zudem gibt es 615 Verletzte.

Militärkaserne in Brand geraten: Auf Bildern von TV-Sendern ist eine hohe Rauchwolke zu erkennen.. (7. März 2021)
Militärkaserne in Brand geraten: Auf Bildern von TV-Sendern ist eine hohe Rauchwolke zu erkennen.. (7. März 2021)
Foto: Keystone

Mindestens 98 Menschen sind bei schweren Explosionen in einer Militärkaserne im westafrikanischen Staat Äquatorialguinea ums Leben gekommen. Dies teilten die Gesundheitsbehörden in einer neuen Bilanz am Montagabend mit. Zuvor war von mindestens 31 Todesopfern die Rede gewesen. Bei dem Unglück, das sich am Sonntagnachmittag in der Stadt Bata ereignete, habe es ausserdem 615 Verletzte gegeben. Davon würden noch 299 in Kliniken behandelt, hiess es. Als Ursache hatte der Staatspräsident Teodoro Obiang bereits am Sonntag «Fahrlässigkeit und Unachtsamkeit» genannt.

Unter den Opfern waren nach Medienberichten sowohl Soldaten als auch Zivilisten. Auf Bildern und Videos, die auf Twitter verbreitet wurden, waren am Sonntag nach den Explosionen eine hohe Rauchsäule und fliehende Menschen zu sehen. Das Online-Portal Real Equatorial Guinea berichtete von schweren Zerstörungen und Panik. Die Druckwellen seien auch in vielen weit entlegenen Gebäuden gespürt worden. Nach anderen Angaben gab es drei aufeinanderfolgende Explosionen.

Dynamit- und Sprengstoffdepots in Brand geraten

Zum Hergang teilte Präsident Obiang mit, Dynamit- und Sprengstoffdepots seien in Brand geraten, «als Nachbarn in nahe gelegenen Farmen Feuer zündeten». Die Flammen hätten sich bis zur Kaserne ausgebreitet. Die Druckwellen hätten «an fast allen Gebäuden und Häusern der Stadt Bata Schäden angerichtet». Er habe Ermittlungen angeordnet, um die Verantwortlichen zur Rechenschaft zu ziehen. Der Präsident rief die Bürger von Äquatorialguinea dazu auf, Ruhe zu bewahren. Es seien viele falsche Nachrichten im Umlauf.

Bata ist mit knapp 200’000 Einwohnern die grösste Stadt und zugleich Wirtschaftszentrum der ehemaligen spanischen Kolonie. Aquatorialguinea ist seit 1968 unabhängig. Seit mehr als 40 Jahren regiert Obiang (78) das Land mit harter Hand. Um an die Macht zu kommen, hatte der damalige Kommandant der Nationalgarde seinen regierenden Onkel Macías Nguema gestürzt und hingerichtet.

SDA