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Shitstorm gegen Traditionsbrauerei«Mohrenbräu» stellt Betrieb auf sozialen Medien ein

Nach einer Flut von Rassismusvorwürfen legt das Vorarlberger Unternehmen mehrere Social-Media-Kanäle still.

 Der Name und das Familienwappen stammen von Josef Mohr, der 1834 ein Gasthaus mit Brauerei eröffnete.
Der Name und das Familienwappen stammen von Josef Mohr, der 1834 ein Gasthaus mit Brauerei eröffnete.
Mohrenbrauerei.at

Nur wenige Kilometer von der Schweizer Grenze entfernt steht die Dornbirner Mohrenbrauerei. Schon seit längerer Zeit wird das österreichische Unternehmen wegen ihres Logos angefeindet. Nun musste die Brauerei die Reissleine ziehen und sich vorerst aus den sozialen Medien zurückziehen. Die Verantwortlichen stellten dazu auf Instagram sowie Facebook eine Stellungnahme.

Darin steht: «Wir kennen selbstverständlich diese Diskussion und verstehen, dass unser Logo manche Menschen irritiert. Die Mohrenbrauerei steht für Toleranz und lehnt Rassismus ganz entschieden ab.» Das Unternehmen fordert einen sachlichen und respektvollen Dialog. Dieser sei allerdings derzeit nicht möglich. Im Beitrag heisst es weiter: «Wir sehen uns gezwungen, unseren Kanal vorübergehend stillzulegen.»

Wie «Vol.at» schreibt, wurden die Mitarbeiter der Brauerei als «Dreckspack» und «Nazis» bezeichnet. Der Geschäftsführer der Mohrenbrauerei, Thomas Pachole, sagt, dass diese Vorwürfe besonders für die Mitarbeiter sehr belastend seien. Im Betrieb arbeiten laut eigener Aussage Menschen aus elf Nationen. Eine Namensänderung oder eine Anpassung des Wappens kommt für die Mohrenbrauerei nicht infrage. «Wir diskutieren dieses Thema immer wieder, haben uns aber entschlossen, die Marke in ihrer traditionellen Darstellung beizubehalten.

Onlinepetition eingereicht

Das Unternehmen klärt nochmals auf, warum das Wappen der Brauerei einen Menschen mit schwarzer Hautfarbe zeigt. Der Name und das Familienwappen stammen von Josef Mohr, der 1834 ein Gasthaus mit Brauerei eröffnete. Die Zeichnung basiert auf dem heiligen Mauritius. Das Unternehmen gibt zu: «Natürlich gab es damals einen anderen Umgang mit Menschen anderer Hautfarbe und Kultur.» Einen rassistischen Gedanken soll es jedoch bei der Gründung und auch heute nicht geben.

Mittlerweile hat das Unternehmen Hilfe aus dem Internet erhalten. Eine Onlinepetition wurde eingerichtet. Der Verfasser der Petition schreibt: «Rettet die Tradition des seit 1834 bestehenden Familienunternehmens. Nur Unwissende und Mohrenbräu-Gegner bezeichnen dieses Logo als rassistisch.» Mittlerweile haben über 7000 Personen die Petition unterschrieben. Auch aus der Schweiz sind mehrere Unterschriften eingegangen.