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Baupläne in Zürich-NordNächster Schritt für die Verdichtung in Neu-Oerlikon

Der Stadtrat will beim Bahnhof Oerlikon das Wohn- und Arbeitsangebot ausweiten und kulturelle Angebote schaffen. Er hat die nötige Teilrevision überwiesen.

Zürichs Pläne für Neu-Oerlikon: So soll der Raum um den Bahnhof gestaltet werden. Rot sind Gebäude mit 80 Metern Höhe, Orange jene mit 54 und Gelb die mit 45 Metern Höhe.
Zürichs Pläne für Neu-Oerlikon: So soll der Raum um den Bahnhof gestaltet werden. Rot sind Gebäude mit 80 Metern Höhe, Orange jene mit 54 und Gelb die mit 45 Metern Höhe.
Bild: Masterplan 10.07.2018

Mehr Wohnungen, mehr Arbeitsplätze, mehr Läden, mehr Kultur. Nördlich vom Bahnhof Oerlikon soll «ein attraktives, städtebaulich prägnantes Zentrum» entstehen, sagt Hochbauvorsteher André Odermatt (SP). Dazu hat der Stadtrat eine Teilrevision der Sonderbauvorschriften Neu-Oerlikon aus dem Jahr 1998 gutgeheissen.

Die neuen Vorschriften seien eine «Riesenchance» für Oerlikon, sagt Odermatt. «Wir bessern die Pläne aus den 90er-Jahren nach und bringen sie zu Ende.»

Die Teilrevision erlaubt eine deutliche Verdichtung. Am Max-Frisch-Platz sind zwei Hochhäuser mit 80 und 54 Meter Höhe vorgesehen. Insgesamt sollen zwischen Binzmühlestrasse und Bahnhof Oerlikon 400 bis 500 neue Wohnungen entstehen. Bei rund der Hälfte davon sei gemeinnütziger Wohnungsbau möglich, heisst es beim Amt für Städtebau.

ABB tritt Stadt Grundstück ab

Die Pläne hat die Stadt zusammen mit den drei grossen Grundeigentümern entwickelt, dem Kanton Zürich sowie den Unternehmen ABB Immobilien AG und AXA Leben. Den Gewinn, den die Umzonungen schaffen, kann die Stadt teilweise zurückfordern.

Vom Kanton und der AXA Leben bekommt die Stadt Geld wie viel, ist bisher nicht öffentlich. Den Betrag möchte sie für die Verbesserung von Infrastrukturen im Quartier einsetzen. Von der ABB Immobilien erhält die Stadt das Grundstück, auf dem die Halle 550 steht. «So können wir die Existenz der Halle 550 sichern», sagt Odermatt. Diese leiste einen wichtigen Beitrag zum Kulturangebot in Oerlikon. Auch das Grundstück südlich davon übernimmt die Stadt. Dort plant sie gemeinnützige Wohnungen.

Die Sonderbauvorschriften garantieren, dass mit der Halle 550 und dem früheren ABB-Backsteinbau 87T zwei Gebäude aus der industriellen Vergangenheit stehen bleiben. Zudem sollen sie einen grüneres Quartier schaffen. Der Max-Frisch-Platz und eine Fussgängerzone werden vergrössert. Läden und Restaurants in den Erdgeschossen sollen für belebte Strassen sorgen.

Als nächstes wird der Gemeinderat über die neuen Bauvorschriften beraten. Sie treten frühestens Mitte 2022 in Kraft. Dann können die Eigentümer die Planung für ihre Grundstücke starten.

(bat/tif)

tif

33 Kommentare
    Pascal Wegweis

    "Gemeinnützige Wohnungen" heisst übersetzt "subventioniert" und "nur durch Genossenschaftskontakte zu erhalten". In Genossenschaften erfolgt die Ausschüttung des Gewinns (=Abschlag auf die Marktmiete) VOR dem eigentlichen Rechnungsvortrag, deshalb versteuert sowohl die Genossenschaft noch der Genossenschaftler kaum was. Eigentlich müsste man für Genossenschaftswohnungen auch einen Eigenmietwert festlegen, der - ganz gleich von der effektiven Miete - als Einkommen müsste versteuert werden. Weiter profitieren Genossenschaftler von Kostenmietenberechnungen auf Basis viel zu tiefer Kapitalkosten, die Stadt gibt subventionierte Konditionen bei der Abtretung im Baurecht, schiesst auch mal direkt Geld in mehrere Genossenschaften ein, die Genossenschaftler versteuern weder eine Geldwertdifferenz noch den Effektivwert ihres Genossenschaftsscheins (nur den Nennwert) etc. Ich habe 8 Jahre lang mich bei allen möglichen Genossenschaften beworben - ohne Kontakte kommt man aber nicht zu diesen Honigtöpfen.