Verteidigerin fordert 18 Jahre Haft für Thomas N.

Am Rupperswil-Prozess hat die Staatsanwältin die lebenslange Verwahrung von Thomas N. verlangt. Die Verteidigung will maximal 18 Jahre.

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Der Schweizer, der in der Nähe des Tatorts bei seiner Mutter wohnte, ermordete gemäss Anklageschrift am 21. Dezember 2015 eine 48-jährige Frau, deren Söhne im Alter von 13 und 19 Jahren sowie die 21-jährige Freundin des älteren Sohnes. Der nicht vorbestrafte und zuvor nicht aufgefallene Beschuldigte soll den 13-Jährigen sexuell missbraucht haben. Mit einem dreissig Zentimeter langen Küchenmesser schnitt er den vier Opfern die Kehle durch. Danach legte er im Wohnhaus Feuer, um die Spuren zu verwischen. Gemäss Anlageschrift hatte der Mann die Gewalttat lange im Voraus geplant.

Missbrauch gefilmt Er habe den sexuellen Missbrauch des Jugendlichen des 13-Jährigen gefilmt. Noch am Tag des brutalen Verbrechens soll er die Aufnahmen auf seinen Laptop überspielt haben. Der Beschuldigte habe seit vielen Jahren um seine pädophile Veranlagung gewusst, heisst es in der Anklageschrift. Auf einer Harddisk speicherte der Mann 1004 Videos und 10'489 Bilder mit pädophilen Darstellungen. Der wegen mehrfachen Mordes Anklagte hatte nach dem Vierfachmord weitere ähnliche Taten geplant. Bereits ausgespäht hatte er je eine Familie in den Kantonen Bern und Solothurn. Er rief diese sogar an. Auf die Familien war er über Recherchen im Internet gestossen. Dort hatte er nach Knaben im Alter von 11 bis 15 Jahren gesucht, die dem ermordeten 13-Jährigen ähnlich sehen.

Angeklagter ist geständig Der Angeklagte hatte seine Pläne in einem Notizbuch festgehalten. Auch die Namen von 11 Knaben im Alter von 11 bis 14 Jahren waren aufgeführt. Nur einen Tag vor der Verhaftung in Aarau im Mai 2016 war der Mann mit dem Auto seiner Mutter im Wohnquartier der Solothurner Familie unterwegs gewesen. Der Prozess gegen den geständigen Angeklagten, der sich im vorzeitigen Strafvollzug befindet, dauert voraussichtlich vier Tage. Das Bezirksgericht Lenzburg tagt in den Räumlichkeiten der Mobilen Polizei in Schafisheim - unweit des Tatorts in Rupperswil. Grund dafür sind Platzprobleme und vor allem Sicherheitsfragen. Den Prozess verfolgten 35 private Zuschauer; 65 Medienvertreter sind akkreditiert. Der erste Verhandlungstag beginnt gemäss Bezirksgericht mit der Befragung von zwei psychiatrischen Gutachtern. Der Schweizer ist wegen mehrfachen Mordes angeklagt. Er muss sich zudem verantworten wegen mehrfacher räuberischer Erpressung, mehrfacher Geiselnahme, mehrfacher sexueller Handlungen mit einem Kind, mehrfacher sexueller Nötigung, Brandstiftung sowie mehrfacher strafbarer Vorbereitungshandlungen. Die Staatsanwaltschaft wird das beantragte Strafmass erst an der Gerichtsverhandlung bekanntgeben. Der 34-Jährige muss mit einer lebenslänglichen Freiheitsstrafe und einer Verwahrung rechnen. Aus der Anklageschrift geht nicht hervor, wie die Ermittlungsbehörden letztlich auf den Mann kamen. (sda)

Erstellt: 13.03.2018, 08:23 Uhr

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