Facebook darf nicht sagen, wer hinter Hack steckt

Neue Details zum jüngsten Angriff auf das soziale Netzwerk: Bei 29 Millionen Nutzern konnten sensible Daten abgegriffen werden.

29 Millionen Accounts betroffen: Hacker hatten Zugriff auf Alter, Geschlecht und Beziehungsstatus. Bild: Dado Ruvic/Reuters

29 Millionen Accounts betroffen: Hacker hatten Zugriff auf Alter, Geschlecht und Beziehungsstatus. Bild: Dado Ruvic/Reuters

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Bei dem jüngsten grösseren Cyberangriff auf Facebook haben Hacker dem US-Konzern zufolge mehrere Millionen Datensätze von Nutzern erbeutet. Insgesamt sei auf etwa 30 Millionen Benutzerkonten zugegriffen worden, hiess es am Freitag in einem Blog-Posting.

In 29 Millionen dieser Fälle seien Namen und Kontakt-Angaben wie E-Mail-Adressen oder Telefonnummer gestohlen worden. Bei 14 Millionen Nutzerkonten wurden zusätzliche Informationen abgegriffen, darunter Geburtsdatum, Geschlecht, Arbeitgeber, Beziehungsstatus, Religion und die 15 jüngsten Suchanfragen. Die Daten der übrigen Million Nutzer seien unversehrt geblieben.

Facebook hatte Ende September einen Hackerangriff eingeräumt und zunächst von 50 Millionen betroffenen Nutzern gesprochen. Unklar blieb dabei, ob auch Daten gestohlen worden waren.

Den neuen Angaben zufolge nutzten die Angreifer «ein komplexes Zusammenspiel von drei getrennten Softwarefehlern», das von Juli 2017 bis September 2018 zu einer Sicherheitslücke geführt habe. Diese sei zwei Tage nach dem Bekanntwerden geschlossen worden.

Es seien keine persönlichen Mitteilungen oder Finanzinformationen gestohlen worden. Auch gebe es bislang keinen Hinweis auf Versuche, mit den Login-Daten von Facebook auf andere Webseiten zuzugreifen. Das FBI habe sich eingeschaltet, teilte Facebook weiter mit. Die Ermittlungsbehörde habe darum gebeten, über mögliche Urheber des Angriffs zu schweigen.

Facebook war im März wegen eines Datenskandals in eine schwere Krise geraten. Die Daten von rund 87 Millionen Nutzern waren bei der britischen Firma Cambridge Analytica gelandet. 2016 sollen sie für den Wahlkampf des heutigen US-Präsidenten Donald Trump genutzt worden sein.

(oli/sda)

Erstellt: 12.10.2018, 19:00 Uhr

Update folgt...

Facebook macht hunderte Nutzerkonten dicht

Die Internetplattform hat nach eigenen Angaben im Kampf gegen Spam und fingierte Diskussionsforen 251 Nutzerkonten und 559 Seiten abgeschaltet.

Wie Nathaniel Gleicher, Facebook-Chef für Cybersicherheit, und der Produktverantwortliche Oscar Rodriguez am Donnerstag mitteilten, verstiessen die jetzt geschlossenen Seiten und Konten gegen die Bestimmungen zum Schutz vor unerwünschten Nachrichten.

Vielfach wurden demnach falsche oder mehrere Konten dazu genutzt, enorme Mengen von Online-Inhalten über ein Netzwerk von Gruppen und Facebookseiten zu posten, um den Internetverkehr auf ihre Websites zu lenken. Viele Nutzer hätten sich derselben Techniken bedient, um entgegen der Wirklichkeit eine grosse Popularität ihrer Inhalte vorzutäuschen. Bei anderen Nutzerkonten und Seiten habe es sich um «Werbefarmen» gehandelt, die vorgegeben hätten, Orte für politische Debatten zu sein.

Facebook ist dabei, am Firmensitz im kalifornischen Silicon Valley einen Krisenstab einzurichten, der Manipulationen vor der brasilianischen Präsidentschaftsstichwahl Ende Oktober und den Wahlen in den USA Anfang November entgegen wirken soll. Das soziale Netzwerk Facebook hat weltweit mehr als zwei Milliarden Nutzer.

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