Bolsonaro verbietet Brandrodungen

Der brasilianische Präsident hat sich dem Druck gebeugt und ein landesweites Dekret unterzeichnet. Es ist allerdings befristet.

Brandrodungen am Amazonas: Nun will sie Brasiiens Präsident Jair Bolsonaro vorderhand verbieten. Bild: Reuters

Brandrodungen am Amazonas: Nun will sie Brasiiens Präsident Jair Bolsonaro vorderhand verbieten. Bild: Reuters

Feedback

Tragen Sie mit Hinweisen zu diesem Artikel bei oder melden Sie uns Fehler.

Angesichts der schweren Waldbrände im Amazonasgebiet hat Brasiliens Staatschef Jair Bolsonaro Medienberichten zufolge Brandrodungen für die Dauer von zwei Monaten verboten. Der ultrarechte Politiker unterzeichnete am Mittwoch ein entsprechendes landesweit geltendes Dekret, wie mehrere Medien unter Berufung auf Regierungskreise berichteten.Ausnahmen sollen beispielsweise für die indigenen Gemeinschaften gelten, die Selbstversorger seien. Das Dekret soll am Donnerstag im Amtsblatt veröffentlicht werden.

Bolsonaro ist angesichts der Waldbrände international unter zunehmenden Druck geraten. Kritiker werfen der brasilianischen Regierung vor, nicht energisch genug gegen die Feuer vorzugehen.

Der brasilianische Präsident ist eng mit der brasilianischen Agrarlobby verbündet und zweifelt den menschgemachten Klimawandel an. Umweltschützer machen Bolsonaro dafür verantwortlich, dass die Brände im Amazonasgebiet in diesem Jahr massiv zugenommen haben.

Auch andere Staaten in der Region sind von schweren Waldbränden betroffen. Die bolivianische Regierung erklärte am Mittwoch, Feuer hätten in diesem Jahr bereits 1,2 Millionen Hektar Wald und Grasland verwüstet. Umweltschützer gehen von einer deutlich grösseren Fläche aus. Boliviens linksgerichteter Präsident Evo Morales ist wegen der Brände ebenfalls in die Kritik geraten.

Schwerste Waldbrände seit Jahren

In Brasilien wüten die schwersten Waldbrände seit Jahren. Seit Januar stieg die Zahl der Feuer und Brandrodungen im grössten Land Südamerikas im Vergleich zum Vorjahreszeitraum nach den jüngsten Angaben der brasilianischen Weltraumagentur INPE um 77 Prozent auf mehr als 83'000 Brände.

Viele Feuer wurden offenbar von Farmern auf abgeholzten Flächen gelegt, um neue Weideflächen und Ackerland für den Soja-Anbau zu schaffen. Weil es derzeit sehr trocken ist, greifen die Brände auch auf noch intakte Waldgebiete über. (sda/red)

Erstellt: 29.08.2019, 08:27 Uhr

Artikel zum Thema

Schlimmer als Bolsonaro

Analyse Daten brasilianischer Forscher zeigen, dass es noch einen grösseren Umweltsünder gibt als Jair Bolsonaro: Boliviens linken Präsidenten Evo Morales. Mehr...

Bolsonaro erhält Gegenwind von Amazonas-Gouverneuren

Video Die Regierungschefs des Amazonasgebiets fürchten wegen des Streits um die verheerenden Waldbrände internationale Wirtschaftssanktionen und einen Imageschaden. Mehr...

Brasilien stellt Bedingungen für Hilfe

20 Millionen von den G7-Staaten würde das Land am Amazonas schon nehmen – verbittet sich aber jede Einmischung. Bolsonaro beleidigt ausserdem die Macrons. Mehr...

Die Redaktion auf Twitter

Stets informiert und aktuell. Folgen Sie uns auf dem Kurznachrichtendienst.

Weiterbildung

Lohncheck in Pflegeberufen

Qualifiziertes Pflegepersonal ist rar. Eine Pflegeinitiative setzt sich darum für höhere Löhne ein.

Kommentare

Die Welt in Bildern

Feuerschweif: Eine Spezialeinheit demonstriert am Indian Navy Day in Mumbai ihr Können. (4. Dezember 2019)
(Bild: Francis Mascarenhas) Mehr...