Das Doping der Terroristen

Seit den Attentaten von Paris gibt es Spekulationen, dass die Täter unter Drogen standen. Auch wenn das noch nicht bewiesen ist – es fällt immer wieder ein Name.

Es ist ein friedlicher Freitagabend in Paris, ein junger Mann sitzt im Restaurant eines Bekannten auf der Terrasse und trinkt ein Gläschen - nur wenige hundert Meter vom Konzertlokal Bataclan entfernt, in dem später an diesem Abend das Massaker stattfinden wird. Wie er da so sitzt, fällt ihm ein schwarzer Polo mit belgischem Nummernschild auf, der im Parkverbot zu parkieren versucht. Der junge Mann nähert sich dem Auto, um den Fahrer auf seinen Fehler aufmerksam zu machen. Doch Fahrer und Beifahrer schenken dem jungen Mann nur böse Blicke. Später wird er der Zeitung Le Monde über diese Begegnung mit den Attentätern berichten: «Sie sahen aus wie lebendige Tote. Als ständen sie unter Drogen.» Zwei Stunden danach beginnt das Morden.

Seit den Attentaten von Paris gibt es Spekulationen, dass die Täter unter Drogen standen. Auch wenn das noch nicht bewiesen ist, fällt immer wieder ein Name: Captagon, ein Amphetamin, das wegen seiner Verbreitung unter IS-Kämpfern auch Terroristen-Doping genannt wird. Weil der Bürgerkrieg Syriens Wirtschaft und Infrastruktur weitgehend zerstört hat, verbreitet sich die Droge epidemisch im gesamten nahen Osten. Herstellung und Handel spülen Geld in die Kriegskassen aller Parteien und insbesondere der IS gibt die Pillen auch an seine Kämpfer ab, was leistungsfähiger machen und zu den unmenschlichen Brutalitäten befähigen soll, für die sie bekannt sind. Hier die wichtigsten Fakten zur Terror-Droge:

Erstellt: 24.11.2015, 10:55 Uhr

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