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Das Jahrhundertprojekt

Ein privater Verein will Zürichs Seestrassen versenken. Das ist eine gute Idee. Aber leider ein bisschen grössenwahnsinnig.

In Zürich geistert ein Geheimplan herum. «Prominente Zürcher» kämpfen dafür, dass wir endlich zum Wasser kommen. Dass der Zugang zum See nicht mehr von einem lärmigen Strassengürtel versperrt wird. So stand es in dieser Zeitung. Die Strassen ums Seebecken sollen eingetunnelt werden, ein Fussgängerboulevard wird vom Tiefenbrunnen bis nach Wollishofen führen. Ich schloss die Augen. Sah Skaterinnen, Velofahrerinnen, Basketballerinnen. Glacébuden und fliegende Cafés. Menschen mit dem Paddle unter dem Arm. Theaterspektakel das ganze Jahr.

Hinter dem Geheimplan stehen Leute wie der Immobilienmakler Urs Ledermann, man nennt ihn den «Schrecken des Seefelds», weil er das halbe Quartier teuer saniert hat. Oder der Architekt Walter Wäschle, bekannt für seinen polierten Baustil. Oder der Gartenbauarchitekt Enzo Enea, mit seinen Hochglanzgärten für Reiche. Spindoktor ist Andreas Durisch von der Dynamics Group, wo auch Kosmos-Raider Edwin van der Geest zu Hause ist. Sie sprechen von einem «Jahrhundertprojekt» und geben sich zwanzig Jahre Zeit.

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