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Endlich Single

Keine Angst, meine Liebe. Es ist nicht so, wie der Titel den Anschein macht. Aber ich konnte mir das Wortspiel nicht verkneifen. In vier Monaten gebe ich am Gigathlon sozusagen mein Comeback als Single – nur für diesen Wettkampf, wohlverstanden.

Der Entscheid dazu wurde mir ein Stück weit von den Organisatoren abgenommen, der Gigathlon in und rund um Zürich, da muss ich einfach dabei sein. 2004 endete der Gigathlon letztmals in der Stadt, damals mit dem Zieleinlauf am Mythenquai.

Es war auch der Start zu meinem Leben als Ausdauersportler. Ich hatte für jenen Wettkampf mein erstes Rennvelo gekauft, weil mir das der realistischste Weg schien, beim Gigathlon mitzumachen – im Team natürlich. Ich kraxelte den Maloja und den Albula hoch, schaffte es von Letzterem nur heil ins Tal runter, weil mir ein Zuschauer auf der bitterkalten Passhöhe seine Langlaufhandschuhe lieh. Im Ziel in Zürich wartete auf mich, den Frischverliebten, genau: die Angehimmelte. 2007 traten wir erneut im Team an, nun radelte ich eine ganze Woche durch die Schweiz. Es regnete fast immer, auf dem Oberalp schneite es sogar. Dieses Mal hatte ich Handschuhe dabei – und fand es toll. Im Ziel in Bern: dasselbe ­Gesicht, mittlerweile die Freundin.

Zehn Jahre später trete ich wieder an. Nun aber ohne Teamkollegen. Sondern ganz allein, als Single. Gereizt hatte mich die Herausforderung schon lange. Wären da nicht immer diese Inlineskating-Strecken gewesen, die heuer erstmals wegfallen.

Die Anmeldung selber war rasch ausgefüllt. Die heimtückischen Gedanken, sie kamen erst danach. Wie lange würde ich unterwegs sein? 12 Stunden oder 14? Oder noch länger? Mehr als sechseinhalb Stunden war ich noch selten unterwegs. Und da jeweils nur mit dem Velo, nicht im Disziplinenwechsel. Und das an 2 Tagen in Folge.

Aber genau das macht den Gigathlon aus. Bestzeiten zählen wenig. Sondern der Weg vom Start ins Ziel. Sicher ist nur eines: Dort wird sie warten. Mit den Kindern. (ebi.)

Sportredaktor Emil Bischofberger bestreitet im Juli den Gigathlon und berichtet monatlich über den Weg dorthin.

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