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Die Hälfte der Kantone sieht rot

Alle Jahre wieder, wenn im Frühling der letzte Kanton seine Jahresrechnung veröffentlicht hat, zieht die Forschungsabteilung der Credit Suisse Bilanz zu den Kantonsfinanzen. 13 der 26 Kantone schliessen ihre Rechnung 2014 im Minus ab. Häufigster Grund für die Defizite ist die ausbleibende Gewinnausschüttung der Schweizerischen Nationalbank (SNB). Zusammengerechnet stehen Defizite von 1,06  Milliarden Franken Überschüssen von rund 520  Millionen gegenüber. Dies ergibt ein Defizit über alle Kantone in der Höhe von 540  Millionen. Das ist eine deutliche Verbesserung gegenüber dem Vorjahr (minus 793  Millionen Franken).

Höchster Überschuss in Bern

Mit Abstand das grösste Defizit verbucht der Kanton Schwyz mit über 210 Millionen, gefolgt von Zug mit 139 Millionen. In Schwyz und Zug sind die unerwartet tiefen Steuereinnahmen ausschlaggebend für das negative Ergebnis. In Schwyz kommt noch eine einmalige Zahlung an die Pensionskasse hinzu. Beiden gemein ist zudem der hohe Anteil der NFA-Zahlungen (nationaler Finanzausgleich) am Kantonsbudget. Den mit Abstand höchsten Überschuss verzeichnet der Kanton Bern mit einem Plus von rund 210 Millionen. Budgetiert war ein Überschuss von 10 Millionen. Als Grund werden deutlich höhere Steuereinnahmen sowie tiefere Aufwände genannt.

Trotz erheblicher Schwankungen ist gemäss CS in den kantonalen Finanzergebnissen ein längerfristiges Muster erkennbar. Augenfällig sei die Situation in Schwyz, Obwalden, Zug, Schaffhausen und Tessin, die konstante, gewichtige Defizite verzeichneten. Gegenteilig präsentiere sich die Lage in Freiburg, Waadt, Genf, Jura sowie Bern. Diese könnten seit einigen Jahren ausgeglichene Abschlüsse oder gar Überschüsse vorweisen. Ein Blick auf die Steuersätze lasse die Vermutung zu, dass sich die Westschweizer Kantone die positiven Ergebnisse mit anhaltend hoher Steuerbelastung für Firmen wie Private «erkauften». Zug, Schwyz, Obwalden und Nidwalden hätten tiefere Steuersätze, aber auch kaum Budgetspielraum.

Während die SNB 2013 einen Verlust erwirtschaftete und 2014 erstmals auf die übliche jährliche Gewinnausschüttung verzichtete, wird die Nationalbank 2015 dank eines Gewinns «zur Retterin der Kantonsbudgets» werden, so die CS. Michael Soukup

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