«Die kommenden Tage werden sehr unruhig»

Nach der 1:5-Schlappe der Bayern gegen Frankfurt spricht Torhüter Manuel Neuer Klartext – und Trainer Niko Kovac findet keine Worte mehr. Und der Verein trifft eine erste Massnahme.

Bayern-Verteidiger Boateng muss nach einer Notbremse in der 9. Minute vom Platz. Video: ZDF

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Die 1:5-Klatsche gegen Frankfurt war für die Bayern die höchste Niederlage seit dem 4. April 2009, als man gegen den späteren Meister Wolfsburg mit dem gleichen Resultat unterging. Bald darauf musste der damalige Trainer Jürgen Klinsmann seinen Posten räumen.

Auch der jetzige Trainer des Rekordmeisters, Niko Kovac, steht gewaltig unter Druck. Nach dem Schlusspfiff erklärte er: «Nach acht Minuten wurde alles über den Haufen geworfen. Danach lagen wir 0:2 hinten. Wir haben wieder zu viele Fehler gemacht, hatten zu einfache Ballverluste. Leichte Fehler werden umgehend bestraft.»

Wieso der Bruch nach acht Minuten? Bayern-Verteidiger Boateng erhielt die Rote Karte und musste vom Platz, nachdem er als letzter Mann Frankfurts Stürmer Paciencia von den Beinen geholt hatte. Danach lief die Partie für das Heimteam. Kostic und Sow schossen Frankfurt in Führung, der Anschlusstreffer von Lewandowski kurz vor der Pause liess die Bayern nochmals auf die Wende hoffen. Doch in der zweiten Halbzeit brach die Münchner Defensive komplett auseinander.

«Ich weiss, wie das Geschäft läuft»

Bayerns Torhüter Manuel Neuer fand nach der Partie klare Worte: «Du darfst hier keine fünf Dinger bekommen. Aber es ist kein riesiges Wunder, was passiert ist. Es hat sich ein bisschen angebahnt. Die kommenden Tage werden sehr unruhig.»

Dessen schien sich auch Trainer Kovac bewusst zu sein, als er vor das Mikrofon trat. Zuerst sagte er zwar, dass er den frühen Platzverweis als entscheidenden Faktor der Niederlage sah, danach aber zeigte sich seine Verunsicherung über die gesamte Situation im Club. Ob er nach all den durchzogenen Wochen das Vertrauen der Clubführung noch spüre, antwortete Kovac: «Wie soll ich das jetzt nach dem Spiel wissen? Mein Gefühl ist nicht wichtig. Diese Frage müssen sie den Verantwortlichen stellen.»

Und auf die Frage des ZDF-Reporters, welche Vorgaben seine Spieler in der Partie gegen Frankfurt denn konkret nicht umgesetzt hätten, antwortete Kovac: «Was wollen sie jetzt von mir wissen? Ich muss mit Ihnen nicht alles teilen.» Und danach sagte er nichts mehr.

Im Anschluss bei der Pressekonferenz wirkte der 48-Jährige schon gefasster, ruhiger, als er sagte: «Ich weiss, wie das Geschäft läuft. Ich bin nicht naiv oder blauäugig.» Die Bayern haben in den letzten zehn Partien 16 Gegentore kassiert, und am kommenden Wochenende kommt es in München zum Spitzenspiel gegen Borussia Dortmund. Der Druck an der Säbener Strasse wird immer grösser.

Er ist mittlerweile so gross, dass sich die Bayern München zu einer ersten Massnahme entschlossen haben: «Nach der Niederlage in Frankfurt wurde kurzfristig die Entscheidung getroffen, morgen nicht öffentlich zu trainieren. Wir bitten alle Fans um Verständnis», teilte der deutsche Fussball-Meister am Samstagabend mit. Zuvor hatten die Vereinschefs Uli Hoeness und Karl-Heinz Rummenigge sowie Sportdirektor Hasan Salihamidzic das Frankfurter Stadion ohne Kommentar verlassen. (tmü)

Erstellt: 02.11.2019, 20:02 Uhr

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