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Eskalation im Nahostkonflikt – Tote auf beiden Seiten

Die Gewalt im Gazastreifen ist nach dem Einsatz einer israelischen Spezialeinheit eskaliert. Mindestens zehn Menschen wurden getötet.

Israel fliegt Luftangriffe: Auch der Fernsehsender der radikal-islamischen Hamas-Bewegung wurde nach einer Vorwarnung bombardiert. Video: AFP, Storyful

Auch in den frühen Morgenstunden am Dienstag gab es in den Kommunen rund um den Gazastreifen auf der israelischen Seiten Raketenalarm: In den Nachtstunden hatte es nur kurze Pausen gegeben. Mehr als 400 Raketen und Mörsergranaten seien seit Montagnachmittag Richtung Israel abgefeuert worden, sagte Armeesprecher Jonathan Conricus im Gespräch mit Journalisten. Das ist die heftigste Welle seit dem Gazakrieg 2014.

In Ashkelon gab es den ersten Toten bei einem Raketenangriff auf ein vierstöckiges Haus. Bei dem Mann soll es sich um einen Palästinenser aus dem Westjordanland handeln. Zwei Frauen wurden schwer verletzt. Bei einem Angriff auf einen Bus, der zum Transport von Militärangehörigen benutzt wurde, wurde ein Soldat schwer verletzt. Auch in anderen Kommunen gab es Schäden an Gebäuden und Verletzte. Der Grossteil der Geschosse sei vom Abwehrsystem Iron Dome (Eisenkuppel) abgefangen worden, versicherte der Armeesprecher.

Als Vergeltung bombardierte die israelische Armee mehr als hundert Ziele im Gazastreifen, vier Palästinenser kamen dabei ums Leben. Der Armeesprecher betont, dass es sich um militärische Ziele handelt. Angegriffen wurde auch der der Hamas nahestehende TV-Sender al-Aqsa. Die Beschäftigten wurden vorab gewarnt, sie konnten das Gebäude verlassen. Zudem wurden Schiffe attackiert, die der Hamas gehören sollen.

Israel verstärkt Truppen im Süden des Landes

Die israelische Armee bereitet sich auf einen längeren Konflikt vor, die Truppen wurden im Süden des Landes verstärkt. Nach Einschätzung des Armeesprechers verfügen die militanten Organisationen im Gazastreifen über ein Arsenal «von rund 20'000 Geschossen, vielleicht mehr». Es sei eine Frage des Preises, den die Hamas bereit sei, zu zahlen.

Zuvor hatten die im Gazastreifen regierende radikalislamische Hamas und der Islamische Jihad Vergeltung für eine israelische Militäraktion geschworen. In der Nacht zum Montag war eine israelische Elitetruppe rund drei Kilometer tief in den Gazastreifen eingedrungen und von Hamas-Aktivisten entdeckt worden. Bei dem Schusswechsel wurde ein israelischer Offizier getötet, einer verletzt. Die Soldaten riefen die Luftwaffe zu Hilfe, die bombardierte das Gebiet. Sieben Palästinenser starben, einer war der stellvertretende Hamas-Kommandant Nur Baraka.

Zum Tod des israelischen Offiziers erklärte Premier Netanyahu: «Der Tag wird kommen, an dem das volle Ausmass seines heroischen Handelns bekannt werden wird.» Dass die Israelis versucht hätten, im Gazastreifen Informationen zu sammeln und aufflogen, gilt als wahrscheinlichster Grund der Operation.

Das israelische Sicherheitskabinett mit Premierminister Benjamin Netanyahu traf sich um 9 Uhr Ortszeit, um das weitere Vorgehen zu beraten.

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