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«Hallo, do isch de Rodscher vo Basel»

Ein Interview mit einem Beatle am Autotelefon - und was Messi, Ronaldo und Federer damit zu tun haben.

Interviews mit einem, der immer unterwegs ist.
Interviews mit einem, der immer unterwegs ist.
Twitter/Roger Federer

Er sitzt in einem Auto, es ist sicher ein komfortables, er wählt an seinem Display eine Telefonnummer, sein Management hat ihm gesagt, er solle doch anrufen. Es regnet draussen, wie es in England oft dauerregnet, vorher lief im Autoradio ein Lied, vom Album «Abbey Road», es ist in einer neuen Auflage wieder die Nummer 1 der Charts. Er lächelt und sieht, dass die Verbindung klappt.

So stelle ich es mir jedenfalls vor, wie man sich eben manchmal etwas vorstellt, wenn man einen Text liest und einem eine Szene beschrieben wird. Der Mann im Auto sagt: «Hello, Martin. It’s Paul, from England.» Martin Scholz ist ein deutscher Journalist, er macht jede Woche ein viel beachtetes Interview für die «Welt am Sonntag», es gab schon sehr viele, mit bekannten Namen. Mit Ed Sheeran, Robert Redford, Kofi Annan, Madonna oder Sting, meistens führt er die Gespräche am Telefon, diesmal eben mit «Paul from England» – mit McCartney, dem von den Beatles.

Es trifft sich, auch Paul McCartney gibt seine Interviews am liebsten während des Autofahrens. Er hat eben ein Kinderbuch herausgegeben, «Hey Grandude!», heisst es, auf Deutsch «Opapi-Opapa», ein Buch über einen alten Mann mit weissem Vollbart, der die Kinder mithilfe eines magischen Kompasses auf Reisen mitnimmt, auch in die Schweizer Alpen mit fliegenden Kühen, die grosse Glocken um den Hals tragen.

Und jetzt stelle ich mir vor, wie andere im Auto sitzen, eine Nummer wählen und sagen: «Hello, it’s Lionel, from Barcelona», wohl auf Spanisch, leise, weil er meistens leise spricht. «Hello, it’s Cristiano», vielleicht sagt er auch, «it’s CR7, from Torino», vielleicht auf Portugiesisch, er sitzt sicher sehr stolz in seinem Ferrari. «Hallo, do isch de Rodscher vo Basel», er ist vielleicht in Dubai oder in Valbella oder Buenos Aires, der Rodscher ist immer irgendwo unterwegs.

McCartney sagt am Telefon, der Brexit sei ein Schlamassel und England müsse Europa sehr eng verbunden bleiben, er spricht von einer verstörenden Welt, die bei den Menschen viel Beklemmung auslöst. Er wird jetzt sehr politisch.

Was ich mir nicht vorstellen kann, dass Messi über den katalanischen Konflikt zu reden beginnt, Ronaldo über die Lega, die jetzt das einst rote Umbrien regiert, oder Federer über den Anspruch der Grünen auf einen Sitz im Bundesrat.

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