Zum Hauptinhalt springen

«Ich weiss, dass der Wind mein Auto wegtragen könnte»

In Florida bereitet sich die Bevölkerung auf den Wirbelsturm Irma vor. Die in Punta Gorda wohnhafte Auslandschweizerin Maria von Atzigen erzählt.

Jürg Rüttimann
Bretter vor die Fenster: Die Bewohner dieses Hauses machen ihr Heim in Homestead, Florida, hurrikansicher.
Bretter vor die Fenster: Die Bewohner dieses Hauses machen ihr Heim in Homestead, Florida, hurrikansicher.
Bryan Woolston, Reuters
Das Brotregal einer Walmart-Filiale in Miami Beach ist leer. In der Vorbereitung auf Irma haben viele Menschen Hamsterkäufe getätigt.
Das Brotregal einer Walmart-Filiale in Miami Beach ist leer. In der Vorbereitung auf Irma haben viele Menschen Hamsterkäufe getätigt.
Carlo Allegri, Reuters
Die Behörden raten den Bewohnern, Wasservorräte für mehrere Tage anzulegen.
Die Behörden raten den Bewohnern, Wasservorräte für mehrere Tage anzulegen.
Joe Skipper, Reuters
Angst vor Plünderern: Die Inhaber eines Ladens in Miami Beach versuchen mit diesem Schild, unnötige Schäden zu vermeiden.
Angst vor Plünderern: Die Inhaber eines Ladens in Miami Beach versuchen mit diesem Schild, unnötige Schäden zu vermeiden.
Carlo Allegri, Reuters
1 / 6

Maria von Atzigen ist hurrikanerprobt. Die Schweizerin, die seit 17 Jahren in Punta Gorda in Florida lebt, hat 2004 den Wirbelsturm Charley miterlebt. Damals wurden rund 80 Prozent der Ortschaft in Charlotte County zerstört. «Wir wissen, was uns erwartet», sagt Maria von Atzigen im Gespräch mit Redaktion Tamedia. Dieses Wochenende soll nun Irma auf die Stadt treffen – der Sturm wird dann voraussichtlich noch Stärke 4 haben, was Windstärken zwischen 200 und 250 Kilometer pro Stunde bedeutet.

Luftaufnahme von Punta Gorda nach dem Wirbelsturm Charley (16. August 2004). (Bild: Rhona Wise, Keystone)
Luftaufnahme von Punta Gorda nach dem Wirbelsturm Charley (16. August 2004). (Bild: Rhona Wise, Keystone)

Nach dem Hurrikan Charley wurde Punta Gorda rasch wiederaufgebaut. Dabei wurde darauf geachtet, dass die Gebäude noch besser für Wirbelstürme gerüstet sind. Auch das Haus von von Atzigen wurde entsprechend verstärkt gebaut. Maria von Atzigen fühlt sich deshalb trotz der Wettervorhersagen sicher. Und sie hofft, dass alles dem nahenden Hurrikan standhalten wird.

«Ich weiss, dass der Wind mein Auto wegtragen könnte, weil wir keine Garage haben», sagt sie. Ansonsten ist sie gerüstet: Ihr Haus verfügt über spezielle Läden zum Schutz der Fenster. Die Fenster wiederum sind aus Panzerglas und sollten auch hohen Belastungen standhalten. Wasservorräte sind ebenfalls vorhanden. Und selbst ein Generator steht bereit, um Stromausfälle zu überbrücken.

Wenn am Wochenende der Hurrikan Irma auf Florida trifft, ist man in Punta Gorda gerüstet. (Bild: Charlotte Harbor & The Gulf Islands Visitor’s Bureau)
Wenn am Wochenende der Hurrikan Irma auf Florida trifft, ist man in Punta Gorda gerüstet. (Bild: Charlotte Harbor & The Gulf Islands Visitor’s Bureau)

Badewanne gefüllt

Nach dem Wirbelsturm Charley seien sie 14 Tage ohne Strom gewesen, erzählt von Atzigen. Mit dem Generator könnten wenigstens die wichtigsten Geräte im Haushalt betrieben werden. Vor dem Sturm wird zudem die Badewanne mit Wasser gefüllt, um allenfalls weiterhin die Toilette spülen zu können. Die Trinkwasservorräte stocke sie immer schon im Juni auf. Sollte kurz vor dem Sturm möglicherweise in den Supermärkten das Wasser ausgehen, wäre das für sie daher kein Problem.

Video - Florida bereitet sich auf Irma vor

Tausende fliehen vor dem Hurrikan. (AP/AFP Storyful)

Maria von Atzigen, die die Präsidentin des Swiss American Club of Southwest Florida ist, spricht auch von der grossen Hilfsbereitschaft in der Bevölkerung. So würden bei einem weniger gut gebauten Haus in der Nachbarschaft Freunde und Bekannte helfen, dieses sturmfest zu machen. Von Atzigen selbst wird während des Sturms Gäste haben: Freunde werden bei ihnen Schutz vor dem Hurrikan finden. Auch innerhalb des Schweizer Clubs erkundige man sich gegenseitig, ob alle einen sicheren Unterschlupf hätten.

Daneben gebe es natürlich die offiziellen öffentlichen Schutzräume. Und überhaupt sei alles sehr gut organisiert – die Behörden würden laufend informieren, nach dem Sturm klappe die Versorgung der Bevölkerung erfahrungsgemäss gut, und auch die Aufräumarbeiten würden rasch in Angriff genommen.

Satellitenbild von Punta Gorda vor dem Wirbelsturm Charley.
Satellitenbild von Punta Gorda vor dem Wirbelsturm Charley.
Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch