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Die beiden hinter Nico Hischier

Gilles Senn und Tobias Geisser wurden beide in der NHL gedraftet, die nordamerikanische Profiliga ist für die beiden aber noch weit entfernt.

Der Zuger Tobias Geisser (rechts) wurde am NHL-Draft 2017 in Runde 4 von Washington gezogen.
Der Zuger Tobias Geisser (rechts) wurde am NHL-Draft 2017 in Runde 4 von Washington gezogen.
Keystone
Der Davoser Goalie Gilles Senn überrascht am NHL-Draft als 21-jähriger Spätzünder.
Der Davoser Goalie Gilles Senn überrascht am NHL-Draft als 21-jähriger Spätzünder.
Keystone
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Reise im Privatjet, Auftritte in Radioshows, Präsentationen an Baseball- und Fussballspielen der New Yorker Teams, Einweihung eines eigenen Sandwiches, Besuch des Times Square mit gut getimter Werbe- und Begrüssungsanzeige auf einem der grossen Bildschirme. Nico Hischier dürfte sich seit dem 24. Juni, dem Tag, an dem ihn die New Jersey Devils zum ersten Schweizer Nummer-1-Draft der NHL-Geschichte machten, hin und wieder gekniffen haben, um zu überprüfen, ob das alles real ist, was er gerade erlebt.

Der Draft hat Hischiers Leben von einem Moment zum anderen komplett verändert. Der 18-jährige Stürmer aus dem Wallis gilt als Hoffnungsträger einer Eishockey-Organisation, bevor er überhaupt ein Spiel oder ein Training absolviert hat.

Senn und Geisser in der «realen» Welt

Welch ein Kontrast zu Gilles Senn und Tobias Geisser. Auch der Torhüter des HC Davos respektive der Verteidiger des EV Zug wurden vor knapp einer Woche gedraftet. Senn ebenfalls von den New Jersey Devils in der fünften Runde als Nummer 129, Geisser von den Washington Capitals neun Positionen vorher in Runde 4. Der Moment des persönlichen Drafts verlief für beide weniger spektakulär als für Hischier.

«Ich sass in einem Restaurant mit Goalietrainer Marcel Kull, Joren van Pottelberghe und anderen Davoser Torhütern, als mein Agent Allain Roy per SMS mitteilte, dass ich gedraftet sei», erzählt Senn. Er verzichtet in der Schweiz als einer der wenigen Spieler auf die Dienste eines Agenten. Auf den Kanadier Roy griff er nur wegen des Drafts zurück – es braucht dafür in Nordamerika einen offiziellen Repräsentanten. Roy betreute früher auch Torhüter Jonas Hiller, der ihn Senn empfahl, und er kümmert sich auch um Hischier.

Dass er gedraftet werden könnte, hatte Senn zumindest geahnt, auch wenn er mit 21 Jahren eigentlich zu alt dafür ist. Drei Jahre zuvor, als 18-Jähriger, war sein Name auf der offiziellen Liste der potenziellen Draft-Kandidaten gestanden, doch damals interessierte sich kein Club für ihn. Dieses Mal war es anders, diverse NHL-Clubs hatten ihm eine Einladung für ihr Development-Camp geschickt.

«Mit den Devils hatte ich allerdings keinen Kontakt», sagt Senn, «darum war ich überrascht, dass nun sie mich gedraftet haben.» Nun wird der Walliser am 10. Juli ins Nachwuchs-Camp der Devils einrücken und dort mit Hischier sowie Verteidiger Mirco Müller auf zwei weitere Schweizer treffen.

Zwei weitere Schweizer auch bei Geisser

Bereits im Development-Camp der Washington Capitals weilt der 18-jährige Tobias Geisser. Und der 1,94 Meter grosse Verteidiger-Hüne schwärmt über den Club des russischen Superstars Alex Owetschkin: «Eine super Organisation, die in den letzten Jahren in der Regular Season immer erfolgreich war.» Geisser wurde gleich nach dem Draft letzten Samstag kontaktiert, am Dienstag absolvierte er bereits sein erstes Training im Capitals-Jersey.

Den Draft hatte sich Gasser live im TV angeschaut, «da ich das Gefühl hatte, dass es mit einem Draft klappen würde», wie er sagt. Auch er ist in Washington nicht allein als Schweizer, der ZSC-Verteidiger Jonas Siegenthaler sowie der Genf-Servette-Stürmer Damien Riat sind ebenfalls dabei am Development-Camp, das bis Samstag dauert. Ob Geisser den Cut schafft und danach auch eine Einladung für das nächst höhere Trainingslager, das Rookie-Camp, erhält, ist genauso offen wie bei Senn.

Beide vorerst in der Schweizer Liga

Im Gegensatz zu Hischier ist die NHL für Geisser nämlich noch weit entfernt. «Mein nächstes Ziel ist, so oft wie möglich in der NLA für Zug zu spielen», sagt er. Die letzte Saison verbrachte er vorwiegend in der NLB beim Zuger Farmteam EVZ-Academy. Sein Vertrag bei den Innerschweizern läuft noch bis 2019. Gleiches gilt für Senn in Davos, auch dieser träumt noch nicht von der grossen Hockeywelt der NHL, sondern gedenkt, den Vertrag bei den Bündnern zu erfüllen.

Irgendwann will er aber Teamkollege Hischiers in der NHL werden. Bei der U-15 des EHC Visp war dies vor acht Jahren bereits der Fall. Senn erinnert sich noch gut an den kleinen Nico: «Wir waren 13, 14, er war so jung, erst 10, aber er war extrem gut. Viele sagten bereits damals, dass Nico dereinst sehr weit kommen würde.»

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