Nordkorea weiht «sozialistisches Utopia» ein

Der Machthaber King Jong Un lanciert den neuen Skiort Samjiyon. Die Feierlaune trüben Berichte über Zwangs- und Kinderarbeit.

Schöner Schein über dem neuen Skiort: Dieses Bild mit Feuerwerk verbreitet das nordkoreanische Regime zur Eröffnung von Samjiyon. Bild: KCNA/Keystone

Schöner Schein über dem neuen Skiort: Dieses Bild mit Feuerwerk verbreitet das nordkoreanische Regime zur Eröffnung von Samjiyon. Bild: KCNA/Keystone

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Ein Skigebiet, ein Museum, zehntausend Wohnungen und verschiedene Gewächshäuser: Mit grossem Pomp ist in Nordkorea eine neue Stadt eingeweiht worden, die von der staatlichen Nachrichtenagentur KCNA am Dienstag als «Utopia-Stadt unter dem Sozialismus» gefeiert wurde.

Machthaber Kim Jong Un habe am Montag das Band bei der Einweihungszeremonie für die neue Stadt zerschnitten, die ein «Inbegriff der modernen Zivilisation» sei, berichteten die staatlichen Medien am Dienstag. Kim habe «mit Leib und Seele» zur Entstehung Samjiyons beigetragen. Er war während der Bauzeit mehrfach in der Region unterwegs. Das Bauprojekt nahe des als heilig verehrten Bergs Paektu im Norden des Landes gilt als eines der Lieblingsvorhaben des nordkoreanischen Machthabers.

Einweihunszeremonie von Samjiyon: Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un zerschneidet das rote Band. Bild: KCNA/Keystone

Im stalinistisch geprägten Nordkorea gilt der Paektu auch als Symbol der Herrscherfamilie. Auf ihm wurde angeblich der Ende 2011 gestorbene Vater Kim Jong Uns, Kim Jong-il , geboren.

Das Stadtgebiet im Kreis Samjiyon habe sich «in das Beispiel einer modernen bergigen Stadt unter dem Sozialismus» verwandelt, hiess es. Das Mitglied des Politbüros der Arbeiterpartei, Choe Ryong Hae, habe in einer Rede dazu aufgerufen, das Gebiet zum «besten Menschenparadies der Welt» herauszuputzen. Die Zeremonie sei von donnernden Hurrarufen und Feuerwerk begleitet worden.

Bewohner zur Bauarbeit gezwungen

Die in Südkorea von nordkoreanischen Flüchtlingen herausgegebene Internet-Zeitung «Daily NK» hatte im August berichtet, dass unter anderem Bewohner des Landkreises zur Arbeit an der neuen Stadt gezwungen und Bauarbeiter aus dem ganzen Land dorthin geschickt worden seien. Die Zeitung berief sich dabei auf Quellen in der betroffenen Provinz. Diplomaten berichteten darüber hinaus von Kinderarbeit.

Der Umbau von Samjiyon wird auch als Teil der Entwicklungspläne Kim Jong Uns gesehen, eine selbstständige Wirtschaft aufzubauen. Nordkorea gilt als eines der isoliertesten Länder der Erde. Wegen seines Atomwaffenprogramms ist es harten internationalen Sanktionen unterworfen. (sho/sda)

Erstellt: 03.12.2019, 11:36 Uhr

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