Kim heizt mit Ritt auf heiligen Berg die Spekulationen an

Nordkoreas Diktator hat sich hoch zu Ross vor mystischer Kulisse ablichten lassen. So kündigt er gerne Grosses an. Nur, was genau?

Auf dem Schimmel im Schnee: Nordkoreas Machthaber am heiligen Berg Paektu. Foto: Keystone

Auf dem Schimmel im Schnee: Nordkoreas Machthaber am heiligen Berg Paektu. Foto: Keystone

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Fotos des nordkoreanischen Machthabers Kim Jong-un hoch zu Ross vor schneebedeckten Gipfeln haben Spekulationen über ein «grosses bevorstehendes Ereignis» befeuert. Auf den von der staatlichen Nachrichtenagentur KCNA am Mittwoch verbreiteten Bildern und Videos reitet Kim im Wintermantel allein auf einem grossen, weissen Pferd durch verschneite Felder und Wälder. «Der Ritt am Berg Paektu ist ein grosses Ereignis mit weitreichender Bedeutung in der Geschichte der Revolution Koreas», hiess es bei der KCNA.

Alle Beamten, die ihn begleiteten, seien davon überzeugt, dass etwas Bedeutendes bevorstehe, das die Welt erneut ins Staunen versetzen werde. Der 2750 Meter hohe Vulkan ist die höchste Erhebung des Landes und gilt als spirituelle Heimat der Kim-Dynastie. Der Paektu wird aber auch von den Südkoreanern als heiliger Berg verehrt.

Will er keine Erleichterungen mehr?

Warum Kim mit den Bildern vorprescht, ist unklar. Der Nordkorea-Experte Joshua Pollack vom Middlebury Institut für Internationale Studien in Kalifornien erklärte, Kim trotze mit seinen Fotos vor der mythischen Kulisse den internationalen Sanktionen und dem Druck gegen sein Atomprogramm. «Das Streben nach Sanktionserleichterungen ist vorbei.» Es sei zu erwarten, dass demnächst Kims politischer Kurs für 2020 bekannt gemacht werde. Andere Experten spekulierten, es könnten wirtschaftliche Entscheidungen bevorstehen oder auch eine Weltraumfahrt. Damit könnte Kim die technologische Stärke seines Landes in einer Art darstellen, die weniger provokativ wäre als etwa durch den Test von Interkontinentalraketen.

In der Vergangenheit fielen ähnliche Auftritte am Paektu zum Teil mit wichtigen Entwicklungen zusammen. Ende 2017 kam Kim kurz nach dem Start der grössten Interkontinentalrakete des Landes dorthin. Zudem hatte er kurz danach ein Treffen mit dem Regierungschef Südkoreas angekündigt, dem ersten nach Jahrzehnten. (Reuters/red)

Erstellt: 16.10.2019, 14:52 Uhr

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