Klotens ungute Rückkehr in den Graben

Kloten verliert gegen Aufsteiger Sierre 1:2. Die Zürcher kamen gegen die Walliser zu spät in Fahrt.

Der Schuss von Tim Grossniklaus brachte die Klotener Hoffnung auf einen Punktgewinn zurück.

Der Schuss von Tim Grossniklaus brachte die Klotener Hoffnung auf einen Punktgewinn zurück. Bild: Leo Wyden (Archivbild)

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Nein, «einladend» wäre definitiv das falsche Attribut zur Patinoire de Graben. 1977 ist sie erbaut worden, 1990/91 spielte der EHC Kloten zum bisher letzten Mal in der Meisterschaft in Sierre. «Wir haben alles unternommen, damit die Halle noch gleich aussieht wie vor 28 Jahren», sagte ein Siderser-Funktionär mit gutem Sinn für Humor. Man darf sagen: Dieses Unterfangen ist perfekt gelungen.

Nur das mit dem Resultat war für Kloten eine ärgerliche Sache. Vor 28 Jahren stieg Sierre ab und war gegen Kloten ohne Chancen, am Freitagabend hatte der Aufsteiger am Ende das bessere Ende für sich. Weil er schlicht mehr Energie freimachen konnte.

Wie das Walliser Publikum, das noch gleichermassen heissblütig ist wie vor langer Zeit, auch wenn viele «seiner» Spieler aus Genf vom Partnerteam kommen. Wenn es um ihr Team geht, dann setzen die Fans alle Eishockeyregeln ausser Kraft.

Wenn einer der ihren fällt, muss das mindestens eine Strafe sein. Lassen sich die Schiedsrichter nicht überzeugen, werden sie mit wüsten Beschimpfungen bedacht - wie natürlich der Gegner auch. Rivalität herrscht überall, aber in Sierre ist alles noch ein bisschen grösser. Oder einseitiger.

Darum wurde aus dem respektvollen Abwarten der Besucher bald einmal ein lautes Tollhaus. Denn Kloten hatte im ersten Drittel fünf Topchancen, Sierre aber führte durch zwei Tore Heinimanns 2:0. Sturny, Lemm, Forget (bis in der sechsten Minute), danach Faille und Sutter waren es, die mit den schönsten Möglichkeiten nichts anfangen konnten gegen einen guten Goalie Remo Giovannini.

Heinimann aber hatte das erste Mal Glück, dass ein Abpraller auf seinem Stock landete - und er profitierte auch davon, dass Robin Figren seinen Defensiv-Pflichten auf dem Flügel nicht nachgekommen war. Beim zweiten Tor war die erste Sierre-Linie schlicht kräftiger und besser in den Zweikämpfen, sie erkämpfte sich die Scheibe in der Klotener Zone.

Faille, Figren, Sturny

Kloten konnte, so hatte man den Eindruck, noch lange spielen, ein Tor wurde, je länger die Partie dauerte, desto unwahrscheinlicher. Und als es doch fiel, war plötzlich wieder einiges möglich. Grossniklaus öffnete mit dem 2:1 nach 52 Minuten die Tür zu einem Punktgewinn. Noch zwei Powerplays konnte Kloten in der Schlussphase spielen, in der letzten Minute strich der Puck zweimal knapp am Tor vorbei. Aber der zweite Treffer gelang nicht.

Das war irgendwie typisch für diesen Abend. «Wir haben zu wenig konsequent gespielt, zu viele Zweikämpfe nicht gewonnen. Und vor dem gegnerischen Tor fehlte die Kaltblütigkeit», fasste Sportchef Felix Hollenstein die 60 Minuten zusammen.

Kloten gab mit dem Auslassen der prachtvollsten Möglichkeiten dem Gegner ein zweites Leben. Sierre hatte, nach der 0:7-Niederlage Anfang Oktober in Kloten, Respekt vor diesem Gegner gehabt - und wäre mit ein, zwei Gegentoren wohl wieder auseinandergefallen.

Aber als plötzlich die Walliser führten, waren sie eine ganz andere Mannschaft. Sie kämpfte um jeden Zentimeter. Und das reichte am Ende, um Kloten zu schlagen. Bei den Verlierern gilt es, für den Sonntagsmatch gegen La Chaux-de-Fonds mehr Kampfkraft zu generieren. Allgemein.

Und einige Spieler müssen eine Steigerung produzieren. Jules Sturny ist seit seiner Rückkehr zu Kloten mit sehr viel Eiszeit unterwegs, er muss endlich einmal eine seiner Torchancen nützen. Éric Faille steckt in einem Tief, Robin Figren muss endlich geradliniger spielen.

Erstellt: 15.11.2019, 23:42 Uhr

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