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Kompliment rettete entführte Triathletin

Er fesselte sie und wollte sie offenbar ertränken. Nun hat Nathalie Birli erzählt, wie sie ihren Entführer zum Aufgeben überreden konnte.

Nicht nur im Sport taff: Entführungsopfer Nathalie Birli.
Nicht nur im Sport taff: Entführungsopfer Nathalie Birli.

Nachdem alles vorbei ist, schreibt Nathalie Birli auf Facebook: «Wie in einem schlechten Film» sei es gewesen. Stunden zuvor hatte sich die österreichische Profi-Triathletin von ihrem Lebensgefährten und dem 14 Wochen alten Sohn verabschiedet und war allein mit dem Rennrad in einen Wald gefahren.

Jetzt hat ein Mann gestanden, sie angefahren und entführt zu haben. Fast sieben Stunden lang hält er Birli in einem abgelegenen Haus in seiner Gewalt. Dann fährt er sie nach Hause.

Die Polizei hat den Fall anhand ihrer Aussage und des Geständnisses des mutmasslichen Entführers rekonstruiert. Der Tathergang ähnelt tatsächlich einem Psychothriller: Nathalie Birli fährt auf einem Schotterweg durch den Wald im österreichischen Kumberg bei Graz, als ein roter Wagen sie anfährt. Der Fahrer steigt aus. Doch anstatt ihr zu helfen, schlägt er die 27-Jährige mit einem Holzstock nieder. Er fesselt sie mit Isolierband und zerrt sie in sein Auto. Dort verliert die 27-Jährige nach einem Schlag auf den Kopf das Bewusstsein.

«Als ich zu mir gekommen bin, war ich nackt und in einem alten Haus an einen Sessel gefesselt», sagt Birli der «Kronen-Zeitung». «Voller Hass» habe der Mann sie mit einem Messer bedroht, ihr zeitweilig die Augen verbunden und ihr Wein und Schnaps eingeflösst. «Dann hat er mich gezwungen, in eine Badewanne mit kaltem Wasser zu steigen, und wollte mich ertränken. Ich habs ihm ausgeredet.»

Geständnis ohne Motiv

Während Freunde, Polizeistreifen und Feuerwehr vergeblich nach ihr suchen, schafft es Birli nach und nach, das Vertrauen ihres Entführers zu gewinnen. «Mein Durchbruch war, als ich im Haus die vielen Orchideen gesehen habe. Ich habe sie bewundert, und plötzlich war der Täter nett zu mir. Er sei Gärtner, hat er gesagt, und mir plötzlich von seinem verpfuschten Leben erzählt.» Sie habe dem Mann vorgeschlagen, zu behaupten, es sei ein Unfall gewesen, und sie gehen zu lassen. Kurz vor Mitternacht ist sie wieder zu Hause.

Beamte des Einsatzkommandos Cobra nehmen den 33-Jährigen in dem Haus im Wald fest. Die Polizei hat mittlerweile zwar ein Geständnis – nicht aber ein Motiv für die Entführung. Der Mann habe einer Tötungsabsicht widersprochen: «Er sagt, er hat sie nur in die Badewanne gelegt, um sie zu reinigen, weil sie durch den Unfall auf der Strasse verschmutzt war.»

Der Mann hat für Behördengänge und Geldangelegenheiten einen Betreuer. Als gewalttätig war er bisher nicht bekannt.

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