Ein Versprechen für die Zukunft

Je näher Wendy Holdener ihrer Grenze in Sachen Aggressivität und Risiko kommt, desto wahrscheinlicher wird es, dass sie auch Mikaela Shiffrin einmal schlagen kann.

Mein Kopf ist leer»: Wendy Holdener fehlen die Worte nach ihrer WM-Silbermedaille. (Video: SDA)

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Sie hatte diese WM-Goldmedaille. Und die war im wahrsten Sinn Gold wert für Wendy Holdener. Mit dem Sieg in der Kombination hatte die 23-Jährige aus Unteriberg SZ an dieser Heim-WM in St. Moritz bereits mehr erreicht, als sie zu träumen gewagt hatte. Das half ihr in den Tagen vor dem Slalom, ihrer Hauptdisziplin.

Der Druck, den Holdener durchaus spürte, weil von ihr dort nach dieser beeindruckenden Saison mit sechs Podestplätzen in sieben Slaloms eine Medaille erwartet worden war, lastete nicht mehr so schwer auf ihren Schultern. Sie konnte befreit an das Rennen vom Samstag herangehen, wusste, dass alles, was noch folgen würde, nur Zugabe sein würde. Oder anders gesagt: Sie durfte noch eine Medaille gewinnen, musste aber nicht.

Die Zugabe erhielt sie nun in Form einer Silbermedaille. Es ist beeindruckend, mit welcher Konstanz Holdener fährt – seit Jahren schon. Als 17-Jährige debütierte sie 2010 im Weltcup, seit der Saison 2012/13 scheidet sie kaum mehr aus. In 43 Slaloms seither sah sie lediglich dreimal das Ziel nicht. Sie tastete sich kontinuierlich an ihre Grenze heran, überschritt sie aber kaum je. Sie steht derart sicher auf den Ski, dass scheint, als könne sie kaum ausscheiden.

Das gibt noch mehr Hoffnung für die Zukunft, als es ihre Resultate ohnehin schon tun würden. Sie scheint ihre Grenze, was Aggressivität und Risiko angeht, noch nicht erreicht zu haben. Je näher sie dieser kommt, desto wahrscheinlicher wird, dass sie auch einmal Slalomkönigin Mikaela Shiffrin schlagen kann.

Erstellt: 18.02.2017, 15:49 Uhr

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