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BIP-Prognose nach unten korrigiert

Die Schweizer Wirtschaft wächst schwächer als angenommen. Das Seco und die KOF haben ihre Prognosen gesenkt. Ganz neu ist die Voraussage für das Jahr 2017.

Die Wirtschaft in der Schweiz wächst etwas weniger als prognostiziert: Wirtschaftsstandort Zug. (Archivbild)
Die Wirtschaft in der Schweiz wächst etwas weniger als prognostiziert: Wirtschaftsstandort Zug. (Archivbild)
Alexandra Wey, Keystone

Der Frankenschock von Mitte Januar wirkt noch immer nach. Das Staatssekretariat für Wirtschaft (Seco) erwartet im laufenden Jahr ein Wachstum des Schweizer Bruttoinlandprodukts (BIP) von 0,8 Prozent. Bisher war das Seco von 0,9 Prozent ausgegangen.

Die Schweizer Wirtschaft habe noch nicht wieder Tritt gefasst. In den vergangenen Quartalen hätten wichtige Konjunkturstützen, insbesondere die Bauwirtschaft, an Schwung eingebüsst, heisst es in einer Mitteilung vom Donnerstag. Zwischen Januar und September stagnierte das BIP denn auch.

Arbeitslosenquote soll weiter steigen

Trotz der leichten Entspannung der Wechselkurssituation geht die Expertengruppe des Bundes davon aus, dass sich die hiesige Konjunktur nur langsam erholen wird. Die Prognose für das Wirtschaftswachstum im kommenden Jahr liegt unverändert bei 1,5 Prozent. Neu gibt das Seco auch eine Prognose für 2017 ab. Demnach soll das BIP um 1,9 Prozent zulegen.

Das langsame Tempo der konjunkturellen Erholung dürfte den Arbeitsmarkt auch in den kommenden Quartalen weiter belasten, heisst es im Kommentar des Seco. Für das laufende Jahr gehen die Ökonomen von einer Arbeitslosenquote von 3,3 Prozent aus. Im kommenden Jahr werde die Quote durchschnittlich bei 3,6 Prozent liegen und erst 2017 wieder auf 3,4 Prozent zurückgehen.

US-Geldpolitik als erheblicher Risikofaktor

Im Kommentar zur vierteljährlichen Konjunkturprognose benennt das Seco verschiedene Risiken für die Schweizer Wirtschaft. Insbesondere die Straffung der Zinsen in den USA könnte sich negativ auswirken.

Die erwartete Normalisierung der US-Geldpolitik stelle einen erheblichen Risikofaktor für die konjunkturellen Aussichten in den Schwellenländern und damit indirekt der Weltwirtschaft dar, schreibt das Seco.

Erhebliche Turbulenzen in Schwellenländern?

Wichtige Schwellenländer könnten infolge der Zinswende in den USA - angesichts ihrer ohnehin schon fragilen Verfassung - von erheblichen Turbulenzen und Kapitalabflüssen betroffen sein. Sollten daraus wiederum starke negative Effekte für die Industrieländer resultieren, hätte die Schweizer Wirtschaft nur noch geringe Wachstumschancen heisst es.

Grosse Risiken gehen gemäss den Experten des Bundes auch von der noch unklaren künftigen Regelung der Zuwanderung aus. Eine restriktive Umsetzung der Masseneinwanderungsinitiative mit einer starken Beschränkung der Zuwanderung könnte sich demzufolge negativ auf die Inlandnachfrage auswirken.

Auch KOF korrigiert Prognose

Auch die Konjunkturforschungsstelle KOF der ETH Zürich hat ihre Wachstumsprognose für das laufende und kommende Jahr nach unten korrigiert. 2015 gehen die Ökonomen noch von einem BIP-Wachstum von 0,7 Prozent und 2016 von 1,1 Prozent aus.

Die neuen Zahlen decken sich mit dem vor einer Woche publizierten KOF Consensus Forecast, der die durchschnittliche Konjunkturerwartung von 20 befragten Experten abbildet. Die Werte liegen etwas unter den Zahlen, die das KOF Anfang Oktober errechnet hatte (2015: 0,9 Prozent / 2016: 1,4 Prozent) und auch unter den Erwartungen des Staatssekretariats für Wirtschaft (Seco) (2015: 0,8 Prozent / 2016: 1,5 Prozent).

Der durch die Aufhebung des Euromindestkurses ausgelöste Schock dürfte gemäss KOF erst ab Mitte 2016 mehr oder weniger verkraftet sein. Zwar seien die Auswirkungen der Frankenaufwertung weniger stark ausgefallen als befürchtet. Dennoch seien die Warenexporte nach einem deutlichen Rückgänge im ersten Halbjahr im dritten Quartal stagniert. Die Exporteure hätten dabei wiederholt ihre Preise senken müssen.

SDA/ofi

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