Sonderfall Federer: Die Zukunft kann warten

Wie es dem Baselbieter immer wieder gelingt, das Swiss Indoors zu verzaubern, ist schon fast surreal.

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Wäre da nicht das Forfait im Viertelfinal von Stan Wawrinka gegen Roger Federer gewesen, man könnte von einer praktisch perfekten 50. Austragung der Swiss Indoors sprechen. Sie blieb von Absagen verschont, erlebte herausragende Auftritte der beiden besten Schweizer und eine Talentshow von Newcomern wie De Minaur, Opelka, Tstitsipas oder Fritz.

Bemerkenswert war aber auch, wie es den Organisatoren gelungen ist, die sanierte Halle im zweiten Jahr weiter zu optimieren, Farbe und Gemütlichkeit ins Foyer zu bringen. Und doch trifft sich hier vornehmlich ein Sportpublikum, das in erster Linie gutes Tennis (und Federer) sehen will. Die 9000 Sitze waren an fünf der sechs Tage des Hauptturniers ausverkauft und gut besetzt.

Mit diesem Punkt gewann Roger Federer zum zehnten Mal die Swiss Indoors. (Video: SRF)

Wie es Roger Federer immer wieder gelingt, ins Basler Endspiel vorzustossen, verleiht dem Anlass etwas Surreales, Magisches, vergleichbar nur mit Rafael Nadals Seriensiegen auf Sand. Dabei werden seit Jahren Schreckensszenarien skizziert für die Jahre, wenn das Turnier ohne seine prägendste Figur der letzten zwei Jahrzehnte wird auskommen müssen. Viel zu verfrüht, weiss man inzwischen.

Federers Rücktritt ist zweifellos nicht allzu fern – aber wohl auch noch nicht nahe. Anstatt sich über die ungewisse Zukunft zu sorgen, wäre es deshalb an der Zeit, sich bewusster an der Gegenwart zu erfreuen, an diesen unvergleichlichen Momenten, die weiter und weiter gehen. Die Kombination Federer/Swiss Indoors bleibt ein Sonderfall, um den die Schweiz von der ganzen Tenniswelt beneidet wird. Und alles deutet darauf hin, dass sich das Märchen fortsetzt, wenn das Turnier nächstes Jahr das 50-Jahr-Jubiläum feiert, 1970 bis 2020.

Viel mehr als einen fitten Federer braucht es nicht, um diesen Meilenstein würdig zu begehen. Das sieht auch Turnierchef Roger Brennwald so. Er sagt, er plane jetzt nur noch von Jahr zu Jahr.

Erstellt: 27.10.2019, 18:15 Uhr

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