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«Bild»-Zeitung geht im Fall Kachelmann in Berufung

Der Springer-Verlag muss Jörg Kachelmann eine Rekordentschädigung zahlen. So will es das Landgericht Köln. Der Verlag zieht das Urteil nun weiter.

Schmerzensgeld erstritten: Der Ex-Wettermoderator Jörg Kachelman am 31.5.2011 vor dem Landgericht in Mannheim.
Schmerzensgeld erstritten: Der Ex-Wettermoderator Jörg Kachelman am 31.5.2011 vor dem Landgericht in Mannheim.
Ronald Wittek, Keystone

Die «Bild«-Zeitung (Print und Online) ist vom Landgericht Köln zur Zahlung einer Rekordsumme von 635'000 Euro Entschädigung an Jörg Kachelmann verurteilt worden. Das bestätigten am Mittwoch beide Seiten. Zuvor waren Vergleichsgespräche zwischen Axel Springer-Vertretern und Kachelmanns Anwälten gescheitert.

Sowohl der Anwalt des ehemaligen Wettermoderators, Ralf Höcker, als auch eine Sprecherin des Axel Springer Verlags informierten über den Gerichtsentscheid. Das ist die höchste Schmerzensgeld-Summe, die in Deutschland jemals erstritten wurde.

Kachelmann reagierte nach dem Urteil auf Twitter:

«Herr Kachelmann musste die schlimmste Hetzkampagne der deutschen Presserechtsgeschichte über sich ergehen lassen», sagte Anwalt Höcker. «Sein Ruf wurde durch «Bild» & Co. vollständig ruiniert. Dieses Urteil ist die Quittung. Es wird hoffentlich abschreckende Wirkung auf den Boulevard haben», sagte er weiter.

Aussergerichtliche Einigung mit Hubert Burda Medien

Kachelmann war 2011 vom Vorwurf der Vergewaltigung freigesprochen worden. Er sieht sich durch die Prozess-Berichterstattung weiter Teile der Medien verleumdet.

Mit der Hubert Burda Media («Bunte«/«Focus») hatte er sich im Mai aussergerichtlich geeinigt. Der Springer-Konzern hatte vor der Entscheidung aus Köln bereits mitgeteilt, im Falle einer Verurteilung Berufung beim Oberlandesgericht Köln einlegen zu wollen.

Dies will das Blatt nun tatsächlich tun. In einer Mitteilung heisst es: «Wir werden auf jeden Fall in Berufung gehen. Denn es liegt weder im Interesse einer freien Presse noch der Öffentlichkeit, dass Medien irrwitzige Geldentschädigungen zahlen müssen, wenn sie über Aufsehen erregende Strafprozesse gegen bekannte Persönlichkeiten berichten.»

SDA/bee

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