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«Sterbehilfe gehört nicht zu den Aufgaben des Arztes»

«Uns stört, dass man nun den Ärzten die Beurteilung überträgt, ob für den Patienten ein Leiden unerträglich ist», sagt Josef Widler im Interview. (Bild: Getty)

Gemäss den neuen medizinisch-ethischen Richtlinien dürfen Ärzte auch Sterbehilfe leisten, wenn jemand keine tödliche Krankheit hat, sondern unerträgliches Leiden empfindet. Was stört Sie an dieser Lockerung?

Aber ein Arzt kann sich wie heute weiterhin weigern, jemandem Pentobarbital zu verschreiben.

Kann man denn heute immer glasklar sagen, wenn eine Krankheit in absehbarer Zeit zum Tod führt?

Kann denn ein Arzt nicht beurteilen, ob jemand unerträglich leidet?

Aber es ist doch schon heute so, dass Menschen Sterbehilfe erhalten, die keine tödliche Krankheit haben. Prominentes Beispiel ist der 104-jährige Australier, der kürzlich in der Schweiz Sterbehilfe beanspruchte.

Im Falle des 104-jährigen Australiers kann man davon ausgehen, dass er ohnehin nur noch wenige Jahre zu leben hatte. Warum ihm also den Sterbewunsch verweigern?

Was müsste in einem Gesetz geregelt werden?

Der Arzt würde nur noch prüfen, ob jemand urteilsfähig ist?

Haben Sie selbst schon Beihilfe zum Suizid geleistet?

Die Menschen werden immer älter, und es gibt immer mehr Fälle von Betagten, die sagen, sie hätten genug vom Leben. Warum soll man diesen Menschen den Sterbewunsch nicht erfüllen?

Wie meinen Sie das?

Die SAMW regelt in den Richtlinien auch das Sterbefasten. Entspricht die Verweigerung der Nahrungsaufnahme, die Sie beschreiben, dem Sterbefasten?

Man darf demente alte Menschen, die nicht mehr essen, sterben lassen?

Genauso, wie wenn ein Patient die medizinische Behandlung ablehnt?