Tränen und Wut – Kamerun droht mit Spielabbruch

Nach einem Eingriff des Video-Assistenten mag Kamerun an der WM nicht mehr anspielen.

Der VAR ist nicht mit ihnen: Kameruns Frauen werden vom Video-Beweis emotional durchgeschüttelt.

Der VAR ist nicht mit ihnen: Kameruns Frauen werden vom Video-Beweis emotional durchgeschüttelt. Bild: Keystone

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Nein, da mögen sie einfach nicht mehr mitspielen. Kameruns Frauen stehen minutenlang im Kreis, diskutieren, hadern. Kurz zuvor hat Ellen White das 2:0 für England gegen Kamerun erzielt. In der Nachspielzeit der ersten Hälfte – ein harter Schlag für die Afrikanerinnen.

Ellen White trifft regulär zum 2:0 für England. (Quelle: SRF)

Vor allem, weil die Assistentin an der Seitenlinie nach dem Tor die Fahne hebt und ein Abseits anzeigt. Kurz darauf aber korrigiert der Video-Assistent (VAR): Tor statt Offside. Kameruns Frauen verstehen die Welt nicht mehr. Sie versammeln sich im Kreis, sie diskutieren untereinander. Sie machen keine Anstalten, das Spiel weiterzuführen. An der Seitenlinie tobt Trainer Alain Djeumfa.

Es sieht ganz danach aus, als ob Kamerun einen Spielabbruch provozieren will.

Diskussionen, Emotionen, ein drohender Spielabbruch. (Quelle: SRF)

Bis Schiedsrichterin Liang Qin Captain Aboudi Onguene zu sich nimmt. Die Chinesin erklärt der Kamerunerin, was geschehen ist. Glücklich sieht Onguene auch danach nicht aus. Aber sie bringt ihre Mitspielerinnen wenigstens dazu, den Anstoss auszuführen.

Kurz darauf ist Pause. Aber die Gemüter haben sich noch nicht beruhigt. Trainer Onguene grollt auf dem Weg in die Garderobe in Richtung Kamera, fragt, ob das noch Fussball sei? Und Augustine Ejangue ist so aufgewühlt, dass sie noch auf dem Feld weinen muss.

Ärger und Tränen nach dem Pausenpfiff. (Quelle: SRF)

Ganz bitter für Kamerun: Nach der Pause geht das Drama mit dem VAR weiter. In der 48. Minute fällt der vermeintliche Anschlusstreffer. Der Ball kommt zu Aboudi Onguene, die legt auf für Arara Nchout. Jubel bei Kamerun.

Doch wieder meldet sich der Video-Assistent. Wieder entscheiden die Bilder gegen Kamerun. Assistgeberin Onguene steht wenige Zentimeter im Abseits, der Treffer zählt nicht. Trainer Djeumfa versucht die untröstliche Nchout zu trösten, wieder fliessen Tränen.

Am Ende verliert Kamerun 0:3. Für die Afrikanerinnen ist die WM zu Ende, England steht im Viertelfinal. (fra)

Erstellt: 23.06.2019, 19:41 Uhr

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