Trump forderte Kim zu Übergabe der Atomwaffen auf

Beim Gipfel in Vietnam vor vier Wochen hat Donald Trump Nordkoreas Machthaber Kim Jong-un erstmals deutlich gemacht, was er unter Denuklearisierung versteht. Dies belegt ein Dokument.

Abgebrochen: Der Gipfel zwischen Donald Trump und Kim Jong-un in Hanoi Ende Februar wurde ergebnislos beendet. AP Photo/Evan Vucci

Abgebrochen: Der Gipfel zwischen Donald Trump und Kim Jong-un in Hanoi Ende Februar wurde ergebnislos beendet. AP Photo/Evan Vucci

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US-Präsident Donald Trump hat beim Gipfel in Hanoi vor vier Wochen den nordkoreanischen Machthaber Kim Jong-un aufgefordert, alle Atomwaffen an die USA zu übergeben. Er überreichte einem Insider zufolge Kim am 28. Februar ein entsprechendes Dokument.

In dem Papier, das der Nachrichtenagentur Reuters vorliegt, wird unter anderem neben der Auslieferung der Waffen und Waffenteile auch ein vollständiger Abbau jeglicher nuklearer Infrastruktur, Zugang von US-Inspektoren sowie die Versetzung aller am Atomprogramm beteiligten Wissenschaftler in zivile Projekte gefordert. Es sei das erste Mal gewesen, dass Trump gegenüber Kim deutlich gemacht habe, was er unter Denuklearisierung verstehe, sagte der Insider weiter.

Das US-Präsidialamt reagierte zunächst nicht auf die Bitte nach einer Stellungnahme. Das Aussenministerium in Washington lehnte eine Äusserung zu dem als vertraulich eingestuften Dokument ab. Der Gipfel wurde am 28. Februar ergebnislos abgebrochen, ein Mittagessen der beiden Staatschefs wurde abgesagt. Ein weiteres Treffen wurde nicht vereinbart. Auch Hintergründe wurden nicht genannt.

Nordkorea will kein Libyen-Modell

Trumps Nationaler Sicherheitsberater John Bolton hatte im Anschluss an den Gipfel in Fernsehinterviews über das Dokument gesprochen, jedoch keine Details genannt. Bolton gilt seit langem als Vertreter eines harten Kurses gegenüber Nordkorea und Befürworter eines «Libyen-Modell» zur Denuklearisierung.

Libyen hatte seine Atomwaffen 2004 an die USA übergeben. Sieben Jahre später beteiligten sich die USA an einer Nato-Mission in dem nordafrikanischen Land, die zum Sturz der Regierung von Muammar Gaddafi führte. Nordkorea lehnt ein Libyen-Modell ab. Vertreter des Landes verwiesen auf das «schreckliche Schicksal» Gaddafis.

Die Regierung in Pyongyang hat sich wiederholt gegen eine einseitige Abrüstung ausgesprochen und führt an, das Waffenprogramm sei zur Verteidigung des Landes nötig. (sda)

Erstellt: 30.03.2019, 06:09 Uhr

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