«Es ist frustrierend, so zu verlieren»

Stan Wawrinka scheidet in der 2. Runde des Australian Open nach einem epischen Kampf gegen Milos Raonic aus. Der Romand findet auch Positives an der Niederlage.

Muss sich nach hartem Kampf im Tiebreak des vierten Satzes beugen: Stan Wawrinka unterliegt am Australian Open in der 2. Runde dem Kanadier Milos Raonic. (Video: SRF)

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Es war ein bitter-süsser Tag für Stan Wawrinka. Frustrierend, weil er den Tennisfans in der Rod Laver Arena gut vier Stunden lang einen hochklassigen Kampf lieferte und am Ende auf herzzerreissende Art verlor. Beim 7:6, (7:4), 6:7 (6:8), 6:7 (11:13), 6:7 (5:7) entschieden Zentimeter über Himmel und Hölle. Im Tiebreak des dritten Satzes hatte Wawrinka drei Satzbälle – alle bei Aufschlag Raonic – und am Ende standen bei ihm 161 gewonnene Punkte zu buche, beim Kanadier 163.

Auf der anderen Seite zeigte sich der 33-jährige Waadtländer «recht glücklich» mit seinem Spiel. «Das Niveau war ziemlich gut und ich habe mich gut bewegt. Es ist frustrierend, so zu verlieren, wenn ganz kleine Dinge entscheiden. Aber mit etwas Distanz werde ich zufrieden sein können.» Am Ende machte Wawrinka trotz der beiden komplizierten Knieoperationen, die er hinter sich hat, erstaunlicherweise den frischeren Eindruck als der fünf Jahre jüngere Raonic.

Schon wieder an Raonic gescheitert

Mitte des dritten Satzes musste die Partie wegen des ersten Regens am diesjährigen Turnier für rund eine halbe Stunde unterbrochen und das Dach geschlossen werden. «Ich denke, das hat mir ein wenig geholfen», gab Raonic zu. «Zuvor hat Stan extrem gut aufgeschlagen und sogar mehr Asse als ich geschlagen.» An der Physiognomie des Spiels änderte sich aber nicht viel. «Im vierten Satz war Stan eigentlich der bessere Spieler», fand der Kanadier sogar. In den Tiebreaks fiel die Roulette-Kugel aber auf seine Seite.

Der in Montenegro geborene Kanadier entwickelt sich damit ein wenig zu einem Angstgegner Wawrinkas. Nachdem der Lausanner die ersten vier Duelle für sich entschieden hatte, verlor er die letzten drei. Noch dazu kamen diese beim Australian Open 2016 und im letzten September am US Open und nun erneut in Melbourne bei Grand-Slam-Turnieren zustande. Allzu viel vorwerfen muss sich Wawrinka allerdings nicht.

«Schritt für Schritt nehmen»

Der Romand sah denn auch viel Positives. «Ich wollte weiter als in die 2. Runde kommen», macht der Lausanner klar. Als Nummer 59 der Welt war er in Melbourne natürlich nicht gesetzt und hatte entsprechend eine schwierige Auslosung. Er steigerte sich aber im Vergleich zum Abbruch-Sieg gegen Ernests Gulbis in der 1. Runde eklatant.

So blickt Wawrinka zuversichtlich in die kurz- und mittelfristige Zukunft. «Es war und ist ein langer Weg zurück», weiss der Australian-Open-Champion von 2014. «Es kommt noch viel Tennis.» Wenn er auf diesem Niveau weiter macht, wird er sich im Ranking sehr schnell wieder nach oben bewegen. Kann er auch nochmals Grand-Slam-Turniere gewinnen? «Das ist schwierig zu sagen», gibt er sich vorsichtig. «Nehmen wir erstmals Schritt für Schritt.»

Die nächsten Schritte dürften Wawrinka im Februar an die ATP-Turniere in Sofia und Rotterdam führen. Ein Einsatz in der Davis-Cup-Qualifikation in Genf gegen Russland ist eher unwahrscheinlich. (ddu/sda)

Erstellt: 17.01.2019, 06:15 Uhr

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