Wie oft wurde geschossen?

Das Opfer der Schiesserei in Seebach schwebt in Lebensgefahr, die Täter sind noch immer auf der Flucht. Selbst über die Anzahl abgefeuerter Schüsse herrscht Unklarheit.

Grosseinsatz in Seeback: Auch die mobile Einsatzzentrale der Polizei war am Sonntag vor Ort. (Video: Tamedia)

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Nach der Schiesserei am Sonntagnachmittag in Zürich-Seebach tappen Polizei und Staatsanwaltschaft im Bezug auf die Täterschaft weiter im Dunkeln. Die Angreifer seien nach wie vor auf der Flucht, sagt Erich Wenzinger, Sprecher der Staatsanwaltschaft des Kantons Zürich. Der 32-jährige Mann, der bei dem Vorfall durch Schüsse in den Oberkörper verletzt worden war, schwebt noch immer in Lebensgefahr. Er konnte nicht vernommen werden.

Die Schüsse fielen während einer Verfolgungsjagd. Ihr ging eine Auseinandersetzung voraus. Das Opfer wurde nach Angaben der Polizei vermutlich unweit der Bushaltestelle Leimgrübelstrasse von Unbekannten angegriffen.

Widersprüchliche Aussagen

Unklar ist nach wie vor, wie viele Schüsse abgefeuert wurden. Ein Augenzeuge berichtet gegenüber dem «Blick», er habe neun gehört. Die ersten drei in der Nähe eines Spielplatzes, drei weitere in der Caspar-Wüst-Strasse und nochmals drei am Ende des Häuserblocks. Das Alter des Schützen, der sein Gesicht mit der Kapuze seiner Jacke verdeckt hatte, schätzt er auf 18 bis 22 Jahre. Die weiteren Verfolger waren nach seinen Angaben zwischen 35 und 40 Jahre alt.

Die ersten Angaben decken sich mit jenen einer weiteren Zeugin. Sie will laut «20 Minuten» zur Tatzeit gesehen haben, wie ein 20-Jähriger mit Bomberjacke und Glatze zur Busstation Leimgrübelstrasse gerannt ist.

Ein weiterer Augenzeuge wiederum sagte gegenüber der Pendlerzeitung, die Verfolger hätten das Opfer eingeholt und ihm befohlen, sich auf den Boden zu legen. Ein Mann von breiter Statur hätte daraufhin drei oder vier Schüsse aus einer Pistole abgefeuert. Das Opfer habe danach erneut versucht, wegzurennen, die anderen Männer hätten ihn abermals verfolgt.

Opfer alarmiert Polizei selbst

Das Opfer selbst konnte schliesslich gemäss Polizeimeldung die Notrufzentrale kurz nach 15 Uhr darüber informieren, dass es verfolgt werde. Die ausgerückte Polizei fand den Mann kurze Zeit später schwer verletzt an der Glatttalstrasse 118 am Boden liegend, wenige Hundert Meter von der Bushaltestelle entfernt.

Die Polizei sucht nach wie vor Zeugen. Personen, die am Sonntagnachmittag um 15 Uhr bei der Bushaltestelle Leimgrübelstrasse in unmittelbarer Nähe der Glatttalstrasse verdächtige Wahrnehmungen im Zusammenhang mit dem geschilderten Vorfall gemacht haben oder sonstige Hinweise zur Täterschaft machen können, werden gebeten, sich bei der Kantonspolizei Zürich unter der Telefonnummer 044 247 22 11 zu melden.

Erstellt: 09.12.2019, 17:16 Uhr

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