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«Wir verbrüdern uns mit fünf Millionen Muslimen»

Eine 77-jährige Französin findet deutliche Worte zu den Pariser Attentaten. Jetzt bekommt sie Blumen, der Absender: Das Internet.

«Wir halten unsere Werte hoch.» Danielle findet deutliche Worte für die Taten der Terroristen. Video: Youtube/FRANCE24

Eine betagte Dame aus Paris wird in den sozialen Netzwerken gefeiert. In einem Interview mit dem französischen Fernsehsender BFM TV fand sie klare Worte für die Attentate in Paris und sprach damit der Internetgemeinde aus tiefstem Herzen. Sehen Sie im Video die beherzten und selbstbewussten Worte der Frau (siehe oben).

Sie betonte, wie wichtig es sei, den Toten Blumen zu bringen, und forderte die Menschen auf, Ernest Hemingways Buch «Paris: Ein Fest fürs Leben» zu lesen. Danach führte sie aus: «Wir sind eine sehr alte Gesellschaft und umso höher tragen wir unsere Werte. Und wir verbrüdern uns mit fünf Millionen Muslimen, die ihre Religion frei und friedlich ausüben. Und wir bekämpfen die 10’000 Barbaren, die angeben, im Namen Allahs zu töten.»

Blumen vom Internet

Die Aussagen der Dame erreichten viele Menschen. Der französische Autor Karim Boukercha machte sich via Twitter auf die Suche nach der Frau, «um ihr Blumen zu senden».

Über 1300-mal wurde seine Nachricht geteilt und schliesslich hatte er Erfolg. Der Fernsehsender teilte ihm den Vornamen der Dame mit: Danielle. Zusätzlich erhielt er von einem Twitternutzer den Hinweis, dass sie eine «Freundin meines Opas» sei. So gelang es Boukercha, die 77-Jährige – wie sich herausstellte eine ehemalige Rechtsanwältin – ausfindig zu machen.

Gleichzeitig etablierte Boukercha unter dem Hashtag #DesFleursPourDanielle (übersetzt: Blumen für Danielle) eine Spendenaktion für die Dame. «Danielle hat uns mehr Brüderlichkeit im Kampf gegen die Barbarei vorgeschlagen. Lasst uns ihr für ihren Humanismus mit Blumen danken», so der Autor. 200 Euro der Spenden sollen für die Blumen verwendet werden, die übrigen Einnahmen soll Danielle erhalten, um sie einer «sozialen Organisation ihrer Wahl» zukommen zu lassen, so der Autor. Mittlerweile haben fast 16'000 Menschen über 13'000 Euro gespendet. Und auch das Unternehmen Interflora ist auf den Zug aufgesprungen. Der Blumenhändler hat die Lieferung eines Blumenstrausses angekündigt. Der Absender: «Das Internet».

Mitleid mit den Attentätern

Die betagte Dame hat dem französischen Sender BFM TV mittlerweile ein weiteres Interview gegeben: «Ich glaube, die [Terroristen] haben absolut nichts im Kopf», so Danielle. Es müsse bei ihnen zu- und hergehen wie in einer Sekte, wo die Alten die Jungen einer Gehirnwäsche unterziehen. Gleichzeitig äusserte Danielle Mitleid mit den Terroristen: «Es muss so schwer für sie sein, dass sie ihren freien Willen in keiner Weise ausüben können, nicht selbst denken können. Sie tun mir so leid. So leid.»

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