Zum Hauptinhalt springen

Kolumne von Markus SommNiemand will mehr in die EU

Im Establishment hat ein Meinungswandel stattgefunden. Trotzdem haben wir nicht die Europapolitik, die jetzt angebracht wäre.

Die 10-Millionen-Schweiz ist nirgends populär: Ein Armeehelikopter überwacht die schweizerisch-französische Grenze in der Nähe von Boncourt JU (31. März 2020).
Die 10-Millionen-Schweiz ist nirgends populär: Ein Armeehelikopter überwacht die schweizerisch-französische Grenze in der Nähe von Boncourt JU (31. März 2020).
Foto: Marcel Bieri (Keystone)

Diese Woche erschien im «NZZ Folio» ein Streitgespräch zwischen Walter Kielholz und Christoph Blocher. Noch vor wenigen Jahren hätte man dies für sensationell gehalten und durfte mit einer gewissen voyeuristischen Vorfreude Dampf, Rauch und Funken erwarten, zumal man den beiden nachsagt, sich nicht wirklich zu mögen, besonders politisch trennen sie Welten: Kielholz, Präsident der Swiss Re und Herr des Zürcher Filzes, trifft auf Blocher, Präsident der Opposition und Rächer der Enterbten. Morgarten an der Limmat, Marignano an der Falkenstrasse: Was freuten wir uns auf die Schlacht. Sie fand nicht statt. Anstelle von Getöse vernahm man ein wohltemperiertes Gespräch über Kunst und Jugendzeit, Politik natürlich, aber auch Religion, was vor allem fehlte: die grossen Differenzen, die weltanschaulichen Tiefseegräben, den Streit im Streitgespräch musste man mit dem Mikroskop suchen.

Um diesen Artikel vollständig lesen zu können, benötigen Sie ein Abo.