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Nach Quarantäne in LiberiaNjie ist wieder da und beschenkt Captain Salatic

Der Mittelfeldspieler reiste vor dem Lockdown in seine Heimat und fehlte GC beim Restart. Inzwischen ist sein Name zu einem kleinen Politikum geworden.

Ein Geschenk für den Captain: Allen Njie (rechts) mit Veroljub Salatic auf Leinwand und in echt.
Ein Geschenk für den Captain: Allen Njie (rechts) mit Veroljub Salatic auf Leinwand und in echt.

Als GC nach der Corona-Pause einen fulminanten Start hinlegt, fehlt da einer in den eigenen Reihen. Mittelfeldspieler Allen Njie weilt in seiner Heimat. Er befindet sich im «Hotel Golden Key». Auf der Website des Hotels zu sehen: Palmen und ein weitläufiger Swimmingpool vor dem Meer. Doch von Ferien kann nicht die Rede sein. Insgesamt 50 Tage harrte Njie an der westafrikanischen Atlantikküste aus. Nun ist er in die Schweiz zurückgekehrt und wirft mit einem Instagram-Post Fragen auf.

Die ganze Odyssee nimmt am 18. März ihren Lauf. GC gestattet während der Corona-Pause den ausländischen Spielern, in die Heimat zurückzukehren. Die Entscheidung fällt unter der Führung des damaligen Sportchefs Fredy Bickel. Kurz darauf ruft der Bundesrat die «ausserordentliche Lage» aus und bringt das öffentliche Leben zum Erliegen.

Bickel sagte im Interview mit dieser Zeitung, dass der 20-jährige Mittelfeldspieler freiwillig nach Liberia ausgereist sei, um die Mutter in seiner Geburtsstadt Bardnesville zu besuchen. Doch als Njie die Hauptstadt Monrovia erreicht, stellen ihn Zollbeamte im «Hotel Golden Key» prompt unter Quarantäne. Er weist keine Corona-Symptome auf, doch weil er aus einem Risikostaat einreist, muss er knapp 2 Monate im Hotelzimmer verharren.

In dieser Zeit wird sein Name in Niederhasli zum kleinen Politikum. Bickel wird im April entlassen und kriegt die Schuld für Njies Fehlen in die Schuhe geschoben. Sein Nachfolger Bernard Schuiteman teilt an einer Pressekonferenz aus. Njie habe die Schweiz gar nicht freiwillig verlassen. «Er weinte sogar, weil er nicht heim wollte. Das haben hier über 20 Leute gesehen. Und das tut weh», lässt er sich im Juni zitieren. Bickel widerspricht: «Man sollte sich besser in die Unterlagen einlesen und sich erkundigen, bevor man so haltlose Vorwürfe erhebt.»

Allen Njie ist wieder da. Ober noch einmal spielen wird in dieser Saison, ist unklar.
Allen Njie ist wieder da. Ober noch einmal spielen wird in dieser Saison, ist unklar.
TAMEDIA AG

Er sagt nichts zu seiner Rückkehr

Nun ist Njie wieder zurück. Er teilt auf Instagram fleissig Videos, in denen er beim Training zu sehen ist. Als würde er beweisen wollen, dass er in Liberia ebenso hart an sich gearbeitet hat. Trotzdem ist unklar, ob er in dieser Saison noch einmal zum Einsatz kommen wird. Sein Trainingsrückstand ist gross, GC ist ohne ihn furios gestartet und im Mittelfeld gut besetzt. In den ersten fünf Spielen nach dem Shutdown verrichteten Djibril Diani, Oliver Buff und Giotto Morandi gute Arbeit und mit Yannick Scheidegger kam ein 19-Jähriger bereits zu seinem Debüt. Der Spielplan aber ist gedrängt und Trainer Zoltan Kadar dürfte um die zusätzliche Option froh sein.

Njie selbst steht für ein Interview nicht zur Verfügung. Er wolle momentan keine Auskunft geben, heisst es bei GC. Auf seinen eigenen Kanälen tut er das. Gross war offenbar die Freude, Veroljub Salatic wieder zu sehen. Njie schenkte seinem Captain ein Bild, gezeichnet von ihm selbst oder jemandem aus seiner Familie. «Njie & his Family love you», steht da drauf. Im Kommentar dazu bezeichnet er Salatic als Boss, Leader und Mentor. Salatic hat, so berichtete es der damalige Trainer Uli Forte im Oktober, sich auch abseits der Arbeit um Njie gekümmert. Unter anderem sei er mit ihm und den anderen afrikanischen Spielern losgezogen, um Winterschuhe zu kaufen. Das ist in Liberia offenbar nicht unbemerkt geblieben.