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«Noch nie wurde so dreist gelogen»

Er hofft, dass sich die Medien wieder mehr engagieren: Guido Weber. Foto: Doris Fanconi

Man kennt Sie nur in Anzug und Krawatte. Ausserdem wirft Ihr T-Shirt, das Sie heute tragen, Fragen auf. Was haben Sie mit den Carolina Panthers zu tun?

Haben Sie die richtige Statur für einen so harten Sport?

Diese Taktik scheint Ihnen in der Politik geholfen zu haben: Sie haben wichtige ­Schweizer Abstimmungskampagnen geprägt und gewonnen: den UNO-Beitritt, die Schwerverkehrsabgabe, die Neat, alle bilateralen Abkommen, das Raumplanungsgesetz und jetzt die Energiestrategie 2050. Welche war am mühseligsten und warum?

«Trump wie Blocher sagen daher, was ihnen gerade nützt.»

Guido Weber

Aber beim Abstimmungskampf um die Reform der Unternehmenssteuer, der sogenannten USR III, sind Sie doch als Berater aufgetreten – und haben verloren.

Sie nehmen Einfluss auf die Politik, trotzdem kennt Sie fast keiner ausserhalb der Szene. Ist das gut oder schlecht für einen politischen Berater? Ist es gar eine Bedingung?

Warum hören Sie eigentlich auf?

Trump muss wirklich für alles herhalten. Haben Sie ein Beispiel?

Moment: Christoph Blocher hat politische Niederlagen immer akzeptiert. Und wie extrem man seine Überzeugungen auch finden mag, er ist kein Parvenü, der das sagt, was ihm gerade durch den Kopf geht.

Warum hat das niemand aufgegriffen, wenn es denn ein solcher Skandal war? Sie wissen doch genau, wie man die Medien auf solche Themen ansetzt?

Das war ein Einzelfall.

Ihre Partei tut kaum etwas für die Umwelt.

Wie lauten Ihre Bedingungen, um einen ­Beratungsauftrag anzunehmen?

Sie haben auch in den USA gearbeitet, für den demokratischen Präsidentschaftskandidaten Gary Hart. Er scheiterte 1988 an einer ausserehelichen Affäre. Heute steht ein Präsident an der Spitze der USA, der sich mit seinen ­Affären brüstet.

Hart ging unter anderem wegen der Negativ­kampagnen seiner Gegner unter: Fernsehspots, die seine Politik attackierten und ihn als Person schlechtmachten. Sie selbst haben sich stets gegen solche Negative Ads aus­gesprochen. Sie mögen ekelhaft sein, bleiben aber überaus erfolgreich. Die USA zeigen das bei jeder Wahl.

Die Schweiz wehrt sich systematisch dagegen, dass die Parteien ihre Einkünfte und Abstimmungskomitees ihre Sponsoren offenlegen.

Je nach Abstimmungsresultat wird die ­Weisheit des Schweizervolks gelobt oder seine mangelnde Reife beklagt. Wie sehen Sie das nach 40 Jahren politischer Erfahrung?

Dazu passt die aktuelle Erhebung der ETH, wonach die Bevölkerung dem Bundesrat erstaunlich stark vertraut.

Und trotzdem sprechen Sie von einer Trumpisierung der Schweizer Politik.

Brutale Abstimmungskämpfe gab es in der Schweiz schon immer. Gerade die SVP war, seit sie von Christoph Blocher bestimmt wird, nie besonders zimperlich. Denken Sie an das Messerstecher-Inserat.

Bleibt die Frage, ob die ganze Abstimmerei nicht als Beschäftigungsfolklore aufgezogen wird, um die Macht der Konzerne, Versicherungen, Waffenproduzenten und ihrer Lobbyisten im Parlament zu kaschieren. Selbst bürgerliche Beobachter reden von einer parlamentarischen Beziehungskorruption.

Ihre Forderung impliziert, dass die Parlamente in Ländern wie Frankreich, Deutschland oder England autonomer agieren.

Wie sehen Sie die Zukunft der amerikanischen Demokratie?

Immerhin wirkt Trump authentisch. Auch das hat er mit Blocher gemeinsam.

Was bedeutet das alles für die nächsten US-Wahlen?