Nordkorea will den Süden «endgültig vernichten»
An der UNO-Abrüstungskonferenz in Genf hat Nordkorea für Empörung gesorgt: Ein Diplomat hat dem südlichen Nachbarn mit der «endgültigen Zerstörung» gedroht. Auch vor den USA will das Land nicht kuschen.

Nordkorea hat dem Süden mit der Zerstörung gedroht und damit Empörung bei einer UNO-Abrüstungskonferenz ausgelöst. Der nordkoreanische Diplomat Jon Yong Ryong sagte heute in Genf, Südkoreas unberechenbares Verhalten werde dessen «endgültige Vernichtung» einläuten.
Zum jüngsten Atomtest sagte Jon, sollten sich die USA weiter feindlich verhalten, werde sein Land keine andere Wahl haben, als «einen zweiten und dritten noch stärkeren Schritt» zu tun. Einzelheiten nannte er nicht. Die Delegierten von Staaten wie Südkorea, den USA und Deutschland kritisierten umgehend Jons Erklärung.
Akt der Selbstverteidigung
«Wie das Sprichwort sagt, kennt der neugeborene Welpe keine Angst vor dem Tiger», erklärte Jon. «Südkoreas unberechenbares Verhalten wird nur seine endgültige Vernichtung einleiten.» Der Atomtest seines Landes sei angesichts einer atomaren Erpressung der USA ein Akt der Selbstverteidigung.
«Die Armee und das Volk Nordkoreas sind darauf ausgerichtet und dazu entschlossen, die selbstherrliche Politik mit einer Politik der harten Hand zu kontern und auf Druck und Sanktionen mit uneingeschränkten Gegenmassnahmen zu reagieren.»
Empörung bei der UNO
Diplomaten anderer Staaten zeigten sich empört. «Ich habe in meiner 30-jährigen beruflichen Laufbahn noch nie etwas Derartiges gehört», sagte der spanische Vertreter Javier Gil Catalina. Er sprach von einer möglichen Verletzung des internationalen Rechts. Die britische Botschafterin Joanne Adamson sprach von einer völlig unpassenden Wortwahl.
Ihre US-Kollegin Laura Kennedy bezeichnete die Bedrohung als verstörend und beleidigend. Weder China - Nordkoreas einziger grosser Verbündeter - noch Russland nahmen Stellung. Beide Staaten verfügen über ein Vetorecht im UNO-Sicherheitsrat.
Neuer Test geplant?
Das kommunistisch regierte Nordkorea hatte vor einer Woche einen unterirdischen Atomtest vorgenommen und damit Kritik aus der ganzen Welt auf sich gezogen. Auch der Sicherheitsrat verurteilte den Test.
Die Führung in Pyongyang bereitet offenbar weitere Versuche vor, wie die Nachrichtenagentur Reuters aus China erfahren hat. Der nächste Atomtest werde mit zehn Kilotonnen TNT eine grössere Sprengkraft haben als der von vergangener Woche. Ziel der Drohungen Nordkoreas sei es, die USA zu Gesprächen zu zwingen.
Die EU hatte am Montag aus Protest gegen den Test ihre Sanktionen verschärft und geht dabei über die von den UNO verabredeten Beschränkungen hinaus. Die russische Regierung lehnte am Dienstag neue Wirtschaftssanktionen ab, erklärte sich jedoch bereit, Massnahmen zu unterstützen, die eine Verbreitung von Atomwaffen begrenzen.
SDA/wid
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