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Verkehr in ZürichOffene Autotüren: Todesfalle für Velofahrer und E-Biker

Der Stadtrat beantwortet Fragen zur Verkehrssicherheit von Velofahrenden in der Zürcher Innenstadt – allerdings nur bedingt.

Statistische Lücken: Viele Unfälle mit Velos werden der Polizei nicht gemeldet.
Statistische Lücken: Viele Unfälle mit Velos werden der Polizei nicht gemeldet.
Foto: Keystone/Samuel Truempy

Wie oft verunfallten Radfahrer in Zürich in den letzten fünf Jahren wegen Gleisen auf der Strasse? Wie häufig kollidieren sie mit offenen Autotüren, und in wie vielen Fällen wurden Fussgänger von Radfahrern verletzt? Zu diesen Fragen verlangten die beiden Grünen Zürcher Gemeinderäte Res Marti und Matthias Probst in einer schriftlichen Anfrage an den Stadtrat konkrete Zahlen.

Solche kann dieser aber nur bedingt liefern. Seine Erklärung: Gerade bei Verkehrsunfällen mit Velos würden nicht alle Ereignisse gemeldet, weshalb die Dunkelziffer bis zu 90 Prozent betrage. Auch gebe es in den Statistiken keine Angaben darüber, ob sich ein Unglück auf einer Strecke mit Tram- oder Eisenbahnschienen ereignet habe.

35 Velofahrende und 9 E-Biker zogen sich in den letzten fünf Jahren beim Zusammenprall mit offenen Autotüren schwere oder sogar tödliche Verletzungen zu.

Erfasst sind aber Unfälle wegen einer «spitzwinkligen Gleisquerung». Personen auf E-Bikes verunglückten anteilsmässig häufiger auf diese Weise als solche auf regulären Velos (E-Bikes: 16 Prozent der Unfälle in dieser Kategorie, Velos: 5 Prozent).

Konkrete Zahlen gibt es auch zu den Kollisionen mit offenen Autotüren: 5,5 Prozent aller zwischen 2015 und 2019 registrierten Verkehrsunfälle mit Velos sind darauf zurückzuführen. Bei E-Bikes liegt dieser Anteil bei rund 9 Prozent. 35 Velofahrende und 9 E-Biker zogen sich in diesem Zeitraum beim Zusammenprall mit einer Autotüre schwere oder sogar tödliche Verletzungen zu.

Bei Kollisionen zwischen Fussgängern und Radfahrern verletzten sich in den letzten fünf Jahren 143 Personen, die zu Fuss unterwegs waren 23 davon schwer. Eine Person starb.

Rund zwei Drittel aller registrierten Verkehrsunfälle mit Beteiligung von Radfahrern sind mutmasslich von den Velofahrenden verursacht wurden, heisst es in der Antwort des Stadtrats weiter. Ein Vergleich mit den Unfallzahlen von Velos und Personenwagen sei allerdings kaum möglich. So sei bei Zweirädern der Anteil der Selbst- und Schleuderunfälle höher als bei stabileren Vierrädern, dafür gäbe es mit Autos mehr Parkierunfälle.