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Weil der Mensch ist, was er isst

In einer Sommerserie beleuchtet Redaktion Tamedia die Debatte rund um das Thema Nahrung.

Herkunft, Fleischanteil, Nachhaltigkeit: Kaum etwas ist derart emotional besetzt wie das Thema Ernährung. Illustration: Marina Bräm.
Herkunft, Fleischanteil, Nachhaltigkeit: Kaum etwas ist derart emotional besetzt wie das Thema Ernährung. Illustration: Marina Bräm.

Die Erinnerung hat sich eingebrannt: Am Sonntagmittag im verqualmten Wohnzimmer der Grosseltern gab es Berge von Essen. Das Bonmot am Tisch lautete: «Grosi kocht für eine halbe Armee.» Und so war es auch. Der Klassiker, bestehend aus Schweinsschnitzel, Nüdeli und Rahmsauce, wurde haufenweise gereicht. Dabei spielte es überhaupt keine Rolle, woher das Fleisch kam, ob es tiergerecht produziert wurde, wie gross der ökologische Fussabdruck war oder ob es überhaupt eine gute Idee war, sich derartige Mengen Fleisch in  den Mund zu schaufeln. Nach den entbehrungsreichen Jahren in der Nachkriegszeit musste es damals möglichst viel und vor allem möglichst fleischlastig sein. Denn daran fehlte es nach Kriegsende bis ungefähr Ende der 60er-Jahre. Fleisch war Mangelware, die Portionen mussten eingeteilt werden. Als diese Phase vorbei war, wurde aus dem Vollen geschöpft. Der Überfluss wurde zelebriert, nicht nur am Sonntag beim Grosi.

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