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Kolumne Tamara FunicielloOhrfeige für die Kassiererin

Die Zahl der Sonntagsverkäufe soll erhöht werden. Das ist ungesund und bringt den Läden wenig.

Kampf gegen Sonntagsarbeit: Werbung der Gewerkschaft Unia zur Abstimmung vom 7. März in Bern.
Kampf gegen Sonntagsarbeit: Werbung der Gewerkschaft Unia zur Abstimmung vom 7. März in Bern.
Foto: Christian Pfander

Meine Mutter ist seit einigen Jahren pensioniert. Vorher arbeitete sie jahrzehntelang an der Kasse eines grossen Schweizer Detailhändlers. Der Job als Kassiererin ist hart. Die Löhne sind tief, die Wochenarbeitszeit beträgt gerne mal 45 Stunden, und gesellschaftliche Anerkennung gibt es sowieso nicht. Auch die Arbeitszeiten zehren an den Angestellten. Je nach Kanton haben die Läden abends bis 21 Uhr geöffnet, auch am Samstag. Von den Mitarbeitenden wird maximale Flexibilität erwartet.

Für uns als Familie war deshalb der Sonntag extrem wichtig. Egal wie hektisch die Woche war, wir Kinder wussten, dass unsere Mutter am Sonntag frei hatte und dass wir gemeinsam Zeit verbringen konnten. Das ist nicht nur meine persönliche Erfahrung. Eine französische Studie hat vor kurzem untersucht, wie sich Sonntagsarbeit auf das soziale Leben der Angestellten auswirkt. Das Fazit war eindeutig: Sonntagsarbeit reduziert den Kontakt zur Familie, zu Freunden und zu Bekannten.

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