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Termin-EntscheidOlympia beginnt definitiv am 23. Juli 2021

Der neue Termin für die verschobenen Olympischen Sommerspiele steht. Der grösste Sportanlass der Welt findet demnach rund ein Jahr später als geplant statt.

Am 30. März 2020 wird bekannt, dass die verschobenen Olympischen Sommerspiele im Sommer 2021 stattfinden. Am 24. März hatte das IOK entschieden, den Anlass zu verschieben.
Am 30. März 2020 wird bekannt, dass die verschobenen Olympischen Sommerspiele im Sommer 2021 stattfinden. Am 24. März hatte das IOK entschieden, den Anlass zu verschieben.
Keystone/Jean-christophe Bott
Die Coronavirus-Pandemie hat die Verantwortlichen zu diesem Schritt gezwungen.
Die Coronavirus-Pandemie hat die Verantwortlichen zu diesem Schritt gezwungen.
Getty Images/Carl Court
Verschiedene Schweizer Sportlerinnen und Sportler, darunter Ruderin Jeannine Gmelin, hatten sich öffentlich geäussert und alles andere als eine Verschiebung als unwahrscheinlich eingeschätzt.
Verschiedene Schweizer Sportlerinnen und Sportler, darunter Ruderin Jeannine Gmelin, hatten sich öffentlich geäussert und alles andere als eine Verschiebung als unwahrscheinlich eingeschätzt.
epa/Christian Bruna
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Die auf 2021 verlegten Olympischen Spiele in Tokio beginnen am 23. Juli und damit fast genau ein Jahr später als geplant. Darauf einigten sich das Internationale Olympische Komitee, die Stadt Tokio und der japanische Staat, wie das IOC am Montag mitteilte. Zuvor hatte IOC-Präsident Thomas Bach auch einen früheren Termin schon in den Frühlingsmonaten nicht ausgeschlossen. Doch nach den ersten Beratungen mit den Organisatoren, den beteiligten Sportverbänden, TV-Sendern und Geldgebern entschieden sich die Ausrichter nun für den neuen Termin in den Sommermonaten.

Ursprünglich sollte Olympia in Tokio am 24. Juli dieses Jahres eröffnet werden und am 9. August enden. Der Beginn der Paralympics war für den 25. August geplant gewesen. In der vergangenen Woche waren die beiden Sport-Grossereignisse in Japan wegen der Coronavirus-Pandemie auf 2021 verschoben worden. Die Paralympics sollen nun vom 24. August bis 5. September stattfinden. Olympia endet am 8. August.

Logistische Herausforderung

Die in der Geschichte beispiellose Verlegung Olympischer Spiele stellt Japan vor wirtschaftliche und logistische Herausforderungen, wie kein anderes Land sie bisher bewältigen musste. Die zentralen Fragen rund um die Neuorganisation des grössten Sportereignisses der Welt soll eine Krisengruppe beantworten.

So müssen Hotels Tausende von Gästen umbuchen. Die Immobilienfirma, die das olympische Dorf nach den Spielen in Wohnungen umwandelt, muss die Renovierungsplanung jetzt um ein Jahr verschieben und potenziell Tausende von Verträgen mit Käufern der Wohnungen neu aushandeln. Auch gilt es, im nächsten Jahr wieder genug freiwillige Helfer anzuwerben und zu koordinieren.

Sportkalender muss überarbeitet werden

Umgestaltet werden muss auch der Sportkalender für das kommende Jahr. Der Leichtathletik-Weltverband hat bereits am Montag reagiert und die WM um ein Jahr verschoben. «Jeder muss flexibel und kompromissbereit sein, und zu diesem Zweck arbeiten wir jetzt mit den Organisatoren der Leichtathletik-Weltmeisterschaften in Oregon/USA an neuen Terminen im Jahr 2022», teilte der Leichtathletik-Weltverband am Montag mit. Die Titelkämpfe im US-Bundesstaat Oregon sollten ursprünglich vom 6. bis 15. August 2021 stattfinden.

Noch nicht verschoben sind die Weltmeisterschaften der Schwimmer in Fukuoka/Japan. Aber auch hier hat der Weltverband Bereitschaft zu einer Verschiebung signalisiert. Auch weitere grosse Meisterschaften sowie die Tour de France müssten neue Termine prüfen.

Zustimmung dürfte der Sommer-Termin für die Tokio-Spiele dagegen beim US-Fernsehnetzwerk NBC erfahren, das für die TV-Rechte an den Olympischen Spielen von 2014 bis 2032 zwölf Milliarden Dollar an das IOC zahlt. Alle wichtigen US-Sportarten ausser Baseball haben im Juli und August Sommerpause, sodass NBC in dieser Phase auf hohe Werbeeinnahmen für die Olympia-Übertragungen hoffen kann.