Cancellara tapferer Siebter – Wiggins holt Gold

Die Verletzung war offensichtlich zu gravierend. Fabian Cancellara beisst im Zeitfahren auf die Zähne, doch die angestrebte Medaille erringt er nicht.

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Der Berner Titelverteidiger Fabian Cancellara, der sich am Samstag im Strassenrennen bei seinem Sturz eine schwere Prellung an der Schulter zugezogen hatte, wurde im Kampf gegen die Uhr nur Siebter. Bereits bei der Zwischenzeit nach 18,4 der insgesamt 44 Kilometer hatte sich abgezeichnet, dass es Cancellara nicht reichen würde.

Olympiasieger wurde der britische Favorit Bradley Wiggins, der Gesamtsieger der Tour de France. Wiggins holte sich erstmals Gold auf der Strasse, nachdem er auf der Bahn schon dreimal Olympiasieger geworden war. 2004 und 2008 hatte der heute 32-Jährige in der Einzel-Verfolgung triumphiert, vor vier Jahren kam zudem noch Gold in der Mannschafts-Verfolgung hinzu. Wiggins siegte 42 Sekunden vor dem Deutschen Weltmeister Tony Martin, der sich an der Tour de France einen Kahnbeinbruch zugezogen hatte und ebenfalls handicapiert angetreten war. Bronze ging an Wiggins' britischen Landsmann Chris Froome.

Cancellara wirkte auf seiner Zeitfahr-Maschine nicht so ruhig wie gewohnt, und die ersten Zeitmessungen bestätigten den optischen Eindruck. «Während dem Rennen hatte ich manchmal das Gefühl es läuft gut, dann wieder nicht. Die Schulter zog ständig nach unten, es war, als ob ich mit einer Hand fahren musste», erklärte der Berner im Interview mit dem Schweizer Fernsehen. Nach 7,3 Kilometern lag der Berner zwar noch fast gleichauf mit Wiggins, doch nach 18,4 Kilometern betrug der Rückstand eine halbe Minute. Cancellara lag schon bei dieser Marke auf Platz 4, sieben Sekunden hinter dem drittplatzierten Froome. Nach 29,9 Kilometern war die Niederlage besiegelt. Knapp 40 Sekunden lag hier Cancellara hinter dem weiter drittplatzierten Froome auf Platz 4.

«Das Grösste ist, dass ich überhaupt fahren konnte. Es ist schwierig, wenn in der ersten Kurve der Schmerz wieder so losgeht, wie er in den vergangenen Tagen war. Aber bei olympischen Spielen wollte ich einfach alles geben, und das habe ich gemacht. Das ist das Einzige, was zählt», so der Schweizer. Im Finish ging dann überhaupt nichts mehr. Der Berner fiel auf den 7. Rang zurück. 2:14 Minuten büsste er auf Sieger Wiggins ein, Bronze verpasste er um über eine Minute. «Heute hat es einfach nicht für mehr als einen siebten Rang gereicht.»

Der Thurgauer Michael Albasini, der zweite gestartete Schweizer, errreichte mit knapp sechs Minuten Rückstand auf Wiggins den 30. Schlussrang.

Zeitfahren der Männer: 1. Bradley Wiggins (Gb) 50:39. 2. Tony Martin (De) 0:42 zurück. 3. Chris Froome (Gb) 1:08. 4. Taylor Phinney (USA) 1:58. 5. Marco Pinotti (It) 2:09. 6. Michael Rogers (Au) 2:11. 7. Fabian Cancellara (Sz) 2:14. 8. Bert Grabsch (De) 2:38. Ferner: 30. Michael Albasini (Sz) 5:58. (si)

Erstellt: 01.08.2012, 15:32 Uhr

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