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Wawrinka verliert den Faden und das Spiel

Zwei Tage nach der Eröffnungsfeier ist Stanislas Wawrinka auf dem Boden der Realität angekommen. Der Schweizer Fahnenträger unterlag Andy Murray in 90 Minuten 3:6, 3:6.

Konnte heute nichts ausrichten: Stanislas Wawrinka.
Konnte heute nichts ausrichten: Stanislas Wawrinka.
Keystone

Fünf bis zehn schlechte Minuten, das war klar, können reichen, um die Träume im olympischen Tennisturnier zu beenden. Gegen Ende des ersten und unmittelbar zu Beginn des zweiten Satzes erwischte Stanislas Wawrinka eine solche Baisse und gewann nur einen von 16 Punkten. Als Folge davon zog Murray von 3:3 auf 6:3, 1:0 mit Break davon und hatte in der Folge die Partie stets unter Kontrolle. Begleitet von den phasenweise frenetischen Anfeuerungen der britischen Tennisfans, die unter dem geschlossenen Dach noch mehr hallten, war der Schotte überlegen und konnte schliesslich nach 90 Minuten jubeln.

Wawrinka nahm die Niederlage äusserlich nicht allzu schwer: «Es ist einfach eine Niederlage mehr. Es war aber auch schwierig, Murray ist vor allem auf Rasen sicher stärker als ich. Natürlich kann ich mir zwei, drei Dinge vorwerfen, aber ich habe versucht, aggressiv zu spielen und einfach etwas zu viele Fehler gemacht.» Nachtrauern kann Wawrinka, der in seiner Box auch Roger Federer und Mirka Vavrinec hatte, vor allem der Anfangsphase. Gegen den hypernervösen Murray verpasste er es, früh einen Vorsprung zu erspielen, nach drei ausgeglichenen Marathon-Games stand es nach 22 Minuten 2:1 für Murray. Im Weg stand Wawrinka auch der Aufschlag, der lange deutlich unter den eigenen Ansprüchen blieb. «Ich habe beim Service bewusst viel riskiert», verteidigte er nach seiner vierten Niederlage in Serie seine Wahl.

Eine logische Niederlage

Insgesamt war es aber eine logische Niederlage und dies nicht nur, weil Murray ein ausgewiesener Rasenspieler ist. Wawrinka weist zwar in Wimbledon eine minim positive Gesamtbilanz auf (9:8), aber auf drei Gewinnsätze. Seine Bilanz in Best-of-3-Partien auf Rasen ist hingegen vernichtend und steht jetzt bei 0:7.

Der Niederlage zum Trotz: Wawrinka blickt auf ein einzigartiges Wochenende zurück. Am Freitag durfte er die Schweizer Delegation bei der Eröffnungsfeier ins Olympiastadion führen, gestern spielte er nun auf dem wichtigsten Platz der Tenniswelt bei toller Atmosphäre gegen den Liebling eines ganzen Königreichs. Der Freitag wird ihm unauslöschlich in Gedächtnis und Herzen bleiben: «Das war eine absolut unglaubliche Erfahrung. Das Schönste war, als wir ins Stadion eingelaufen sind. Ich hatte Gänsehaut am ganzen Körper.»

In den nächsten Tagen hat Wawrinka vielleicht wieder Gelegenheit, wie vor vier Jahren beim Olympiaturnier auch auf dem Platz unvergessliche Momente zu erleben. Die Auftakt-Partie der Doppel-Konkurrenz gegen Kei Nishikori/Go Soeda ist auf Montag verschoben worden. Wawrinka freut sich auf den ersten Einsatz der Titelverteidiger: «Es kommt uns sicher entgegen, dass wir gegen zwei spielen, die beide nicht über einen krachenden Aufschlag verfügen. Es wird zwar keine einfache Partie, aber das sollte uns helfen, um ins Turnier zu finden.»

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