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Nach Bericht der «SonntagsZeitung»«Operation Walküre» – Amag-Chef Haefner lässt seine rechte Hand fallen

Ein Bericht legt Heinrich Christens Rolle in einer wirren Intrige bei Ernst & Young offen. Jetzt muss er den Verwaltungsratsposten abgeben.

Heinrich Christen muss bei Amag und Swiss Steel gehen.
Heinrich Christen muss bei Amag und Swiss Steel gehen.
Foto: zvg

Plötzlich ging es sehr schnell. Am Sonntag berichtete die «SonntagsZeitung» über Intrigen beim Wirtschaftsprüfer EY (Ernst & Young) in der Schweiz. Darin wurde Heinrich Christen als einer der Treiber dahinter identifiziert. Brisant dabei: Christen ist ein Vertrauter von Amag-Besitzer Martin Haefner. Christen selbst sitzt bei Amag und Swiss Steel im Verwaltungsrat, bei Swiss Steel war er gar vor kurzem zum Präsidenten gewählt wurden. Beide Firmen sind unter der Kontrolle von Haefner. Nun zwei Tage nach dem Bericht musste Christen den Hut nehmen.

«Heinrich Christen hat sich nach intensiven Gesprächen mit dem Eigentümer entschieden, mit sofortiger Wirkung als Mitglied des Verwaltungsrats zurückzutreten», heisst es in den praktisch gleichlautenden Statements von Swiss Steel und Amag.

Ins Rollen gebracht hat die Geschichte rund um die Intrigen gegen den ehemaligen EY-Chef die «Handelszeitung». Bei der Wirtschaftsprüfungsfirma war Christen laut der «SonntagsZeitung» direkt involviert in eine Intrige gegen den ehemaligen Chef Marcel Stalder. Von Christen soll eine E-Mail stammen, in der von einem Operationsplan namens «Walküre» die Rede ist. Pikant: Mit einer «Operation Walküre» sollte einst Adolf Hitler aus dem Weg geschafft werden. Ebenfalls ist die Rede davon, dass die Gruppe, die sich gegen Stalder auflehnte, mit Aussagen wie «Heil Hitler» und einem Hakenkreuz operierte. Christen selbst habe mit Hitlergruss und Hakenkreuz nichts zu tun, schreibt die «SonntagsZeitung».

Bei Swiss Steel übernimmt Jens Alder

Christen dementiert sein Mittun bei der Intrige nicht. In einem Statement sagt er: «Ich halte ausdrücklich fest, dass ich mich 2019 nach über zwanzigjähriger Tätigkeit für EY entschieden hatte, das Unternehmen zu verlassen, um mich künftig als aktiver Verwaltungsrat zu betätigen. Entsprechend habe ich meinen Vertrag als Partner von EY gekündigt und bin nach Unterzeichnung einer entsprechenden Austrittsvereinbarung, unterzeichnet vom damaligen Verwaltungsratspräsidenten und vom CEO, per Ende April 2019 im besten Einvernehmen ausgeschieden. Ich behalte EY als herausragendes Unternehmen in bester Erinnerung.»

Sein Mittun hat ihm nun aber zumindest zwei Posten mitten im Zentrum der Schweizer Wirtschaftsmacht gekostet. Für ihn springt nun bei Swiss Steel Jens Alder ein. So wie er es bereits im Jahr 2019 beziehungsweise 2020 gemacht hatte. Bei Amag ist noch nicht klar, wer Christens Posten übernimmt.

Seit seinem Abgang bei EY ist Christen Profiverwaltungsrat und sitzt auch bei der Kibag-Gruppe, der B. Curti Holding im Verwaltungsrat und ist Verwaltungsratspräsident der CP Pumpen AG. Bei Kibag heisst es: «Heinrich Christen ist bei uns als Verwaltungsrat nicht in Frage gestellt; er geniesst unser volles Vertrauen», so eine Sprecherin. Ebenfalls an Christen festhalten will die CP Pumpen AG, wie deren CEO auf Anfrage sagt.

6 Kommentare
    H.Dietel

    Ob Jens Alder der Richtige bei Swiss Steel ist, wage ich ernsthaft zu bezweifeln. Er hat doch den Ruf eines Notnagels der nirgens passt.