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Umstrittene Zürcher ÄrztefirmaOseara darf Berauschte im «Hotel Suff» betreuen

Die Vergabe der medizinischen Betreuung an die Oseara AG war rechtens, urteilt das Verwaltungsgericht. Die Ausnüchterungsstelle bleibt aber unter Beschuss.

Die Farbe Rosa soll beruhigen: Eine der Zellen in der Zentralen Ausnüchterungs- und Betreuungsstelle.
Die Farbe Rosa soll beruhigen: Eine der Zellen in der Zentralen Ausnüchterungs- und Betreuungsstelle.
Foto: Sabina Bobst

Vermutet eine Polizistin oder ein Polizist, jemand könnte unter dem Einfluss von Alkohol oder Drogen sich selbst oder andere gefährden, wird diese Person in eine Zelle im sogenannten «Hotel Suff» gesteckt. In der Zürcher Ausnüchterungs- und Betreuungsstelle in der Urania-Wache schauen ein Sicherheitsdienst sowie medizinisches Personal zu den eingelieferten Personen. Im Februar 2020 vergab die Stadt Zürich den Auftrag der medizinischen Betreuung nach einer öffentlichen Ausschreibung an die Ärztefirma Oseara.

Dagegen reichte die Firma JDMT Medical Services, die bis dahin für die Betreuung zuständig war, beim Verwaltungsgericht Beschwerde ein (lesen Sie hier mehr dazu). Sie monierte, Oseara hätte ein «Dumpingangebot» eingereicht, verfüge über zu wenig Erfahrung und Personal, den Auftrag auszuführen. Wie aus dem am vergangenen Freitag publizierten Urteil hervorgeht, hat das Gericht die Beschwerde der Mitbewerberin vollumfänglich abgewiesen. Das Urteil, datiert vom vergangenen August, ist rechtskräftig. JDMT wird verpflichtet, 10’000 Franken Gerichtsgebühren zu bezahlen und die Stadt Zürich mit 2500 Franken zu entschädigen. Ein JDMT-Sprecher sagt auf Anfrage, man akzeptiere das Urteil, halte aber an der eigenen Meinung fest. Oseara möchte den Entscheid nicht kommentieren. Bei der Stadt Zürich heisst es, das Urteil bestätige den korrekten Ablauf der Submission.

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