Dresseur der Bässe

Der Kult-House-Act Kassem Mosse spielt zum ersten Mal in Zürich. Ein Ereignis.

Einer der einflussreichsten deutschen House-Produzenten der letzten zehn Jahre.

Einer der einflussreichsten deutschen House-Produzenten der letzten zehn Jahre.

Feedback

Tragen Sie mit Hinweisen zu diesem Artikel bei oder melden Sie uns Fehler.

Interviews gibt er kaum. Gunnar Wendel alias Kassem Mosse ist auffällig wenig präsent in den einschlägigen Szeneblättern und Onlinemagazinen. Dafür liest man da öfter überschwängliche Plattenkritiken. Was den Kultstatus des Leipziger Produzenten nur weiter anschwellen lässt. Aber warum die mediale Zurückhaltung Kassem Mosse wird seine Gründe haben. Und man möchte ihm auch gar keinen geheimniskrämerischen Masterplan unterstellen, kein Underground-Vermarktungskalkül. Höchstens könnte man Parallelen zu seiner Clubmusik ziehen. Die hat nämlich das Prädikat: kryptokultig.

Kassem Mosse kreiert Beats, die in einem ewigen Ringeltanz langsam zerschmelzen. Bässe, die zerfleddern. Tempi, die stolpern. Er dressiert zerbrechliche Bläserfiguren oder jagt messerscharf säbelnde Beats durch den Club. Das alles ist von einer Ästhetik, die zu gleichen Teilen unterirdisch wie ausserirdisch klingt. Staubig wie schimmernd. Und so seltsam wie schön. Ja, die Clubmusik von Kassem Mosse ist brillant gemacht. So brillant, dass er damit Horden von Produzenten beeinflusst hat. Englische Basskünstler wie Kowton genauso wie amerikanische Postpunk-Futuristen, die auf Labels wie L.I.E.S. ihre düsteren Techno-Schlaufen veröffentlichen. Gunnar Wendel geniesst nicht von ungefähr auch den Respekt von Omar-S, dem genialen Clubrabauken aus Detroit. Und kein Zweifel: Kassem Mosse ist der einflussreichste House-Produzent, den Deutschland in den letzten zehn Jahren hervorgebracht hat.

(Zueritipp)

Erstellt: 25.05.2016, 16:29 Uhr

Die Redaktion auf Twitter

Stets informiert und aktuell. Folgen Sie uns auf dem Kurznachrichtendienst.

Abo

Abo Digital Light - 18 CHF im Monat

Unbeschränkter Zugang auf alle Inhalte und Services (ohne ePaper). Flexibel und jederzeit kündbar.
Jetzt abonnieren!

Kommentare

Blogs

Mamablog Die Jugendbewegung wird zur Elternbewegung

Sweet Home Tapeten zum Selbermalen

Abo

Abo Digital - 26 CHF im Monat

Den Tages-Anzeiger unbeschränkt digital lesen, inkl. ePaper. Flexibel und jederzeit kündbar.
Jetzt abonnieren!

Die Welt in Bildern

Es sammelt sich nur der Staub in ihnen: Frauen zerschmettern in Indien Töpfe aus Ton, um gegen den Mangel an Trinkwasser zu protestieren. (16. Mai 2019)
(Bild: Amit Dave) Mehr...