Höhlenhütte in Uetliberg-Steilwand

Das Projekt für einen Neubau der Teehütte Fallätsche in Zürich gewinnt SIA-Nachwuchs-Architekturpreis.

Die Postkarte von 1909 zeigt die Hütte in der Fallätsche. Später wurde sie am heutigen, höher gelegenen Standort neu aufgebaut.

Die Postkarte von 1909 zeigt die Hütte in der Fallätsche. Später wurde sie am heutigen, höher gelegenen Standort neu aufgebaut.

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Die Fallätsche oberhalb von Leimbach ist ein steiler Erosionstrichter am Uetliberg, der wegen der Vielfalt an seltenen Tieren und Pflanzen als Naturschutzgebiet gilt. Im rutschigen Steilhang aus Mergel und Sandstein gibt es auch einige Trampelpfade, die Wanderern ein Bergerlebnis mitten in Zürich bieten, zum Teil aber nicht ungefährlich sind, wie Fälle von Bergnot zeigen.

Alpenclub-Hütten in der Stadt

Schon früher zog die Fallätsche Berggänger an, wovon noch immer mehrere Klubhütten zeugen, die vor rund hundert Jahren dort errichtet worden sind. Eine davon ist die Teehütte Fallätsche, die der Alpenclub zur steilen Wand 1909 erbaute. Die kleine Wirtschaft befindet sich auf 740 Metern Höhe am Nordrand der Fallätsche, fünf Minuten vom Albis-Gratweg entfernt; sie ist jeweils sonntags geöffnet.

Für diese Hütte hat der Zürcher Architekt Stefan Bischof, 28, als Abschlussarbeit an der ETH ein Neubauprojekt entworfen - und damit den Architekturpreis 2009 des Schweizerischen Ingenieur- und Architektenvereins SIA gewonnen, wie dessen Zeitschrift Tec 21 berichtet. Mit dem Preis werden hervorragende Architektur-Abschlussarbeiten ausgezeichnet.

Bischof projektierte eine künstliche Höhle im Berghang, deren Aushub als Terrasse vor der Höhle verwendet wird. «Die Arbeit überrascht mit einem kargen, minimalistischen Entwurf», lobte die Jury. Mit ihrer Haltung von «Handwerk anstelle von Hightech» stelle sie eine «sehr konsequente und aussagekräftige, wenn auch ungewohnte Lösung» der anspruchsvollen Aufgabe dar.

Naturerlebnis mitten im Trichter

«Meine Teehütte ist als Ersatzneubau für die bestehende Klubhütte gedacht», sagt Bischof. Die Teehütte sollte an der steilsten Stelle der Fallätsche und mitten im Trichter stehen, weil dort das Naturerlebnis an diesem Ort mit sehr spezieller Geologie und Vegetation am eindrücklichsten sei.

Bischof versteht die Höhlenhütte auch als Hangsicherungsmassnahme in der rutschigen Fallätsche. Der architektonische Eingriff würde sich auf das Umschichten und Befestigen des Terrains beschränken. Mit am Sandstein eingehängten Holzläden könnte die Hütte geöffnet und geschlossen werden. Bischof glaubt, dass sich sein Projekt trotz der Schutzbestimmungen für die Fallätsche realisieren liesse. «Es bräuchte eine Sonderbewilligung.» Er verweist auf die bereits bestehenden Klubhütten an dem Ort. Zudem sei das Gebiet als Ausflugsziel sehr beliebt: «Es gibt einen grossen Bedarf nach einem Naturerlebnis, wie es die Hütte ermöglichen würde.»

«Machbar», aber nicht aktuell

Beim Alpenclub zur steilen Wand freut man sich über das Interesse an der Teehütte, wie Clubmitglied Roman Koch sagt. Allerdings gebe es derzeit keine konkreten Neubaupläne. Bischofs Projekt hält Koch für «durchaus machbar», auch wenn er gewisse Bedenken hat, «ob wir genug Tageslicht hinein bekämen». Die Hütte unter einem Sandsteinband zu bauen, sei keine abwegige Idee. Koch verweist auf die weiter unten in der Fallätsche stehende «Felsenkammer» - eine Klubhütte, bei der der Fels die Rückwand bildet und sie vor Regen schützt. Zudem gebe es in den Alpen verschiedene Hütten mit Nähe zum Fels. So etwa das Berggasthaus Aescher in Appenzell Innerrhoden. Dort liegen Gäste im Massenlager direkt an der Felswand.

Koch befasst sich seit langem mit den Klubhütten am Uetliberg und Albis. Auf seiner Homepage (www.romankoch.ch) findet sich ein Verzeichnis samt Fotos. (Tages-Anzeiger)

Erstellt: 23.01.2010, 11:17 Uhr

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