Kunst für den Westen

Dutzende Kunstwerke im öffentlichen Raum prägen neu das Bild von Zürich-West: Dieses Wochenende beginnt das Festival «Art and the City». Das Projekt thematisiere die fundamentalen Veränderungen in diesem Stadtteil, erklärt Kurator Christoph Doswald.

Von links nach rechts: Kurator Christoph Doswald, Skulptur «A Lamp» von Oscar Tuazon, Prime Tower.

Von links nach rechts: Kurator Christoph Doswald, Skulptur «A Lamp» von Oscar Tuazon, Prime Tower.

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In der Nähe des Prime Tower ragen fünf Meter hohe Bohraufsätze aus Backstein in den Himmel. Was haben sie mit Zürich zu tun?
Das Werk des kubanischen Duos Los Carpinteros, das «Catedrales» heisst, ist eine Reverenz an das Industriequartier und an das Handwerk, das verschwindet. Wie alle anderen 43 Kunstwerke des Festivals setzt es sich mit der modernen Stadt auseinander. Themen sind zum Beispiel die Ästhetik der Baumaschinen, die Verdichtung, die Globalisierung. Aber auch die Gentrifizierung, die Überwachung. Und die Geschichte des Orts, die Vergangenheit der Stadt.

Darum auch der riesige Metallkessel am Tessinerplatz.
Ja, er erinnert an die Zeit, als wir in der Stadt das Wasser noch im Kessel holen mussten.

Apropos Kessel: Sie rühren dieses Jahr mit der grossen Kelle an: Letztes Jahr zeigten Sie im Rahmen des Projekts «Gasträume», von dem «Art and the City» nun die dritte Ausgabe ist, neben der Riesenspinne von Louise Bourgeois nur noch sechs weitere Werke.
Wir fanden, es ist der richtige Zeitpunkt für eine Erweiterung von «Gasträume». Wir erleben in Zürich-West zum ersten Mal seit hundert Jahren wieder eine grosse städtebauliche Entwicklung, nicht nur von der Infrastruktur her, sondern auch kulturell. So wird das Löwenbräu-Areal, Zürichs Drehscheibe für zeitgenössische Kunst, diesen Monat wiedereröffnet, und renommierte Galerien sind neu ins Maag-Areal gezogen. Das ehemalige Industriequartier wird noch stärker zu einem Anziehungspunkt für die internationale Kunstszene werden.

Zeigen Sie darum an «Art and the City» vor allem Werke internationaler Künstlerinnen und Künstler?
Zürich ist eine internationale Stadt mit internationalem Anspruch. Das inspiriert und fördert schliesslich auch die einheimische Kunst. Mehr als ein Viertel aller Werke stammt von einheimischen Künstlern, und das waren keine Quotenschweizer. Die hiesige Kunstszene hat wirklich Topniveau.

Wie soll man sich die Werke zu Gemüte führen?
Ich empfehle, sich in einem VBZ-Tram einen Festivalplan zu schnappen und auf eigene Faust loszuziehen. Auf unserer Website gibts alle nützlichen Informationen zum Runterladen. Ideal sind Etappen. Man kann zum Beispiel mit der Innenstadt beginnen. Bequem sind geführte Touren, die wir anbieten.

Wird es nächstes Jahr eine vierte Ausgabe des Projekts «Gasträume» geben?
Ja, denn das Festival für Kunst im öffentlichen Raum ist Standard geworden. Es wird aber wieder in kleinerem Rahmen stattfinden. (Tagesanzeiger.ch/Newsnet)

Erstellt: 06.06.2012, 15:10 Uhr

Art and the City

Ab Sa Bis 23.9.Das Festival wird am Freitag, um 19 Uhr, beim Mobimo Tower eröffnet: 20.30 Uhr Performance mit San Keller im Schiffbau 21.45 Uhr Feuerwerk von Sandra Kranich auf dem Vulkanplatz Eintritt frei Zudem: Rahmenprogramm mit den Zürcher Off-Spaces und ein mit der ETH Zürich organisiertes Symposium zum Thema Stadtentwicklung.

www.artandthecity.ch

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