Kinder-Pornografie: Download mit rechtlichen Konsequenzen

Elf Jugendliche wurden bestraft, weil sie das sogenannte «Ice-Tea-Video» auf ihrem Mobiltelefon abspeicherten, das intime Bilder einer Minderjährigen zeigt.

Wer das «Ice-Tea-Video» auf dem Handy abspeichert, macht sich strafbar: Kinder mit ihren Smartphones.

Wer das «Ice-Tea-Video» auf dem Handy abspeichert, macht sich strafbar: Kinder mit ihren Smartphones. Bild: Keystone

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Die Filmaufnahme sorgte unter dem Titel «Ice-Tea-Video» schweizweit für Aufsehen. Im Dezember letzten Jahres stellte der Ex-Freund einer jungen Frau gegen ihren Willen ein Video auf Facebook, das sie beim Sexspiel mit einer PET-Flasche zeigt. Dann gings schnell. Kaum war die Aufzeichnung im Netz, verbreitete sie sich rasant. Vor allem an Schweizer Schulen erlangte das Video Popularität.

Für elf Jugendliche aus den Kantonen Zürich und Aargau hat der Fall Konsequenzen, wie «20 Minuten» in der heutigen Ausgabe schreibt. Die Jugendlichen, teilweise unter 15 Jahre alt, müssen sich wegen des Besitzes von verbotener Pornografie verantworten.

Bestrafung wegen Kinderpornografie

Das heisst: Das Anschauen von Pornografie auf einem Smartphone ist grundsätzlich nicht verboten. Weil das Video allerdings zeigt, wie eine minderjährige Frau sexuelle Handlungen vornimmt, sind der Besitz und die Verbreitung des Videos illegal. Rechtlich handelt es sich um Kinderpornografie. Wer solches Bildmaterial auf ein Handy herunterlädt, macht sich strafbar.

Die Jugendanwaltschaft des Kantons Zürich hat gegen neun Jugendliche Verfahren eröffnet, wie Sprecher Beat Fritsche auf Anfrage von «20 Minuten» sagt. Die Mehrheit der Verfahren sei abgeschlossen, sagt Fritsche. Die Teenager mussten als Strafe Arbeitseinsätze im Altersheim, Brockenhaus oder einer Küche leisten. Die zwei Jugendlichen aus dem Aargau sind mittlerweile wegen Besitzes von Kinderpornografie ebenfalls verurteilt worden.

Unter den neun Jugendlichen aus Zürich ist auch die junge Frau, die im Video zu sehen war. Ihr Verfahren sei noch nicht abgeschlossen, schreibt «20 Minuten». Ihr wird Herstellung von Kinderpornografie vorgeworfen. Ob und wie sie bestraft wird, steht noch nicht fest. Inwiefern der Ex-Freund, der das besagte Video auf Facebook geladen und damit die Cybermobbingwelle ausgelöst hat, mit einer Strafe rechnen muss, ist unklar. Auf Anfrage von Tagesanzeiger.ch/Newsnet bei sämtlichen Jugendanwaltschaften weiss man darauf keine Antwort und weist Zuständigkeiten von sich.

Erstellt: 05.04.2013, 10:37 Uhr

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