Strasse abgerutscht – Urner Dorf von Aussenwelt abgeschnitten

Ein Teil der Bristenstrasse wurde verschüttet und ist mehrere Wochen nicht mehr befahrbar. Der Kanton arbeitet an einer Notverbindung.

Bristen ist bis auf weiteres von der Aussenwelt abgeschnitten. (Video: Tamedia/SDA)

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Nachdem sich am Sonntagabend ein rund 10 Meter langes Stück der Strasse zwischen Amsteg und Bristen gelöst und die darunterliegende Strasse verschüttet hat, bleibt die Strasse für mehrere Wochen gesperrt. Die Behörden erstellen eine Notverbindung für die Bevölkerung.

Als Notverbindung geprüft würden mehrere Varianten, teilten die Behörden am Montagnachmittag in Amsteg mit. Unter anderem ein Shuttleservice mit Bussen sowie ein Fussweg. Auch die Wiederinbetriebnahme der Kraftwerk-Standseilbahn wird geprüft.

Rega stellt medizinische Versorgung sicher

Am Montagabend werden die Behörden die Bevölkerung des von der Umwelt abgeschnittenen Bergdorfs in der Turnhalle in Bristen über das Ereignis informieren. Die medizinische Versorgung wird durch die Rega sichergestellt. Als Sofortmassnahme wurde die Schadenstelle oberhalb des dritten Kehrtunnels gesichert. Dies im Hinblick auf die angekündigten starken Niederschläge, welche in den nächsten Stunden im Kanton Uri erwartet werden.

Die Ursache für das unerwartete Abrutschen der Strasse ist Gegenstand der Untersuchungen. Nach ersten Erkenntnissen handelt es sich um ein lokal begrenztes Ereignis, das aufgrund der starken Witterungs- und Temperaturschwankungen der vergangenen Tage auftrat.

Verletzt wurde beim Vorfall niemand. Etwa 500 Urner sind jedoch von der Aussenwelt abgeschnitten, wie 20 Minuten schreibt.

Alter Strassenteil betroffen

2003 war die Bristenstrasse nach einer Felssprengung während längerer Zeit gesperrt. Die Strasse musste daraufhin auf einem längeren Abschnitt instand gestellt und neu gebaut werden. Das am Sonntagabend abgerutschte Teilstück befinde sich im alten Teil der Strasse, der 2003 nicht neu aufgebaut werden musste, heisst es in der Mitteilung.

Der Wiederaufbau der Strasse nach der Sprengung führte zu einem Debakel: Die Sicherheitssprengung und die nötige Instandstellung des Verkehrswegs kosteten 9,7 statt 3,8 Millionen Franken. Bei der Sprengung wurde die Strasse stärker beschädigt als angenommen.

Vor und nach der Sprengung 2003 erfolgte die Verbindung Amsteg–Bristen über die Standseilbahn bei der alten Druckleitung des Kraftwerks Amsteg. Sie wurde zu diesem Zweck wieder aktiviert. Die Kosten übernahm der Kanton. (kat/sda)

Erstellt: 06.03.2017, 14:30 Uhr

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