Trump-Kim-Gedenkmünze nun zum Aktionspreis

«Das Erbstück der politischen Geschichte» ist schon geprägt – und wird nach der Gipfel-Absage für 59 Dollar verscherbelt.

Die Münze zeigt Trump und den «Obersten Führer» Kim vor dem Hintergrund ihrer jeweiligen Flaggen.

Die Münze zeigt Trump und den «Obersten Führer» Kim vor dem Hintergrund ihrer jeweiligen Flaggen. Bild: AFP

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Das Treffen mit dem nordkoreanischen Machthaber Kim Jong-un, welches für den 12. Juni vorgesehen war, hat US-Präsident Donald Trump abgesagt, die Gedenkmünze für den Gipfel verkauft der Andenkenladen im Weissen Haus trotzdem – und zwar zum Sonderpreis von 59 Dollar, herabgesetzt von 85 Dollar.

Das Zierstück, welches die Profile von Donald Trump und Kim Jong-un vor den Flaggen ihrer Länder zeigt, werde hergestellt, egal, ob der Gipfel stattfinde oder nicht, heisst es auf der Webseite des Geschäfts. «Sollte der Gipfel nicht stattfinden, können Sie um eine Rückerstattung bitten», so die Produktbeschreibung weiter. Die meisten Kunden hätten angegeben, «dieses Erbstück der politischen Geschichte» in jedem Fall haben zu wollen.

Nachdem die Prägung der Münze bekannt wurde, war in den vergangenen Tagen Kritik laut geworden. Der Politologe Robert E. Kelly äusserte sich auf seinem Twitter-Account über die «unamerikanische» Münze.

«Soll das ein Scherz sein? Das ist einfach widerwärtig. Welchen Personenkult soll dieses Treffen legitimieren? Das ist unamerikanisch. Kann mir nicht ausmalen, was FOX sagen würde, wenn ein anderer US-Präsident das getan hätte. Wow. Einfach nur wow.»

Weitere Beobachter des politischen Zeitgeschehens schlugen in die gleiche Kerbe: Der Fraktionsvorsitzende der Demokraten im Senat, Chuck Schumer, kritisierte via Twitter, dass das Gesicht von Kim nichts auf der Münze verloren habe.

Zwar seien solche Münzen Tradition und angesichts des bevorstehenden Treffens auch angebracht. «Er ist aber ein brutaler Diktator. Etwas wie das Peace House wäre angebrachter gewesen.» Mit Peace House ist jenes Gebäude auf der südkoreanischen Seite der Grenze am 38. Breitengrad gemeint, in dem Kim Jong-un und Moon Jae-in am 27. April 2018 ein erstes Friedensgespräch führten. (nag/sda)

Erstellt: 25.05.2018, 07:46 Uhr

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